• Joy Richter & Lisa Zachmann

    Joy Richter & Lisa Zachmann

    Gründerinnen von EcoYou

    Jeder muss einen Schritt weiter denken und die Komfortzone verlassen. Jeder trägt Verantwortung und sollte sich und seinen Konsum kritisch hinterfragen.

Sie wollen die Welt vor der totalen Vermüllung retten

Joy Richter und Lisa Zachmann – Jahrgang 1989 – Gründerinnen von EcoYou

2050 wird es laut Experten mehr Plastik in unseren Meeren geben, als Fische. So weit darf es nicht kommen, sagen die FUTUREWOMEN Lisa Zachmann und Joy Richter. Deshalb setzen sie alles auf eine Karte, haben ihre eigentlichen Berufe hintenangestellt und EcoYou gegründet.

Was ist EcoYou

„Mit EcoYou möchten wir die Welt von Plastik befreien. Mit nachhaltigen und plastikfreien Inspirationen möchten wir die Menschen dazu ermutigen, ihren Alltag umweltfreundlicher zu gestalten.“

Auch diese Geschichte beginnt an einem Strand

2017 sind Lisa Zachmann und Joy Richter auf einer Reise durch Asien. Überall fallen ihnen die vielen Plastikverpackungen und auch der viele Müll auf. Die Idee zur Gründung von EcoYou entsteht aber an einem Strand auf Bali, der bis zur Unkenntlichkeit zugedeckt ist mit Plastikmüll. Dort beschließen die beiden: Jetzt müssen wir aktiv werden für diesen wunderschönen Planeten und dem Plastik den Kampf ansagen.

EcoYou als Beruf

Lisa hat zu diesem Zeitpunkt gerade ihr Wirtschaftspsychologie Studium abgeschlossen. Joy ist studierte Sozialpädagogin und arbeitet damals schon drei Jahre im Jugendamt. Dann der Cut. 

„Unsere Familie hielt uns für verrückt. Sie wollte uns einreden, dass wir mit einem nachhaltigen Projekt kein Geld verdienen können. Aber in Deutschland haben wir das große Privileg, unsere eigenen Projekte verwirklichen und umsetzen zu können. Unser Tipp: Hör auf Dein Herz, glaube an Dich und Dein Projekt und arbeite hart dafür. Höre nicht auf Menschen, die sich mit dem Thema noch nie beschäftigt haben. Ein Großteil dieser Menschen meint es zwar nur gut mit Dir und möchte Dich schützen. Doch wenn Du 100% hinter deinem Projekt stehst - go for it!“

Joy Richter und Lisa Zachmann – Futurewoman

Der USP

Viele Aktivisten haben sich inzwischen auf einen plastik- und vor allem müllfreien Konsum spezialisiert. Man kann durchaus von einer Bewegung sprechen, die da gerade durch Deutschland, Europa und die ganze Welt schwappt. Was unterscheidet EcoYou von anderen Plattformen? 

„Uns sind Community und der Austausch enorm wichtig. Was damals am Strand von Bali klein begann ist mittlerweile eine große Community. Wir wollen uns gegenseitig unterstützen und voneinander lernen. Die Gemeinschaft mit anderen Umwelthelden liegt uns hierbei besonders am Herzen. Bei uns soll sich jeder wohlfühlen. Und ganz wichtig: Perfektion gibt es bei uns nicht.“ 

FUTURELIFESTYLE heißt: Nicht aufgeben!

Auch wenn wir früher schon auf die Umwelt geachtet haben, gab und gibt es so vieles, was wir noch verändern konnten und immer noch verändern können. Wir haben schon viele plastikfreie Alternativen kennengelernt und verzichten so viel wie möglich auf Plastik. Vor allem auf Einwegplastik. Insgesamt leben wir minimalistisch, ernähren uns seit einem Jahr vegan und starten häufig eigene Clean Ups. Wir waren nicht innerhalb von einem Tag so nachhaltig, wie wir es gerade sind. Das Ganze benötigt Zeit. Und man darf nicht aufgeben, den Mut nicht verlieren. Auch, wenn trotz anders lautender Bestellung dein Getränk an der Bar doch mit Plastik-Strohhalm serviert wird. 

Die Kritiker

Was nützt es dem Strand auf Bali, wenn in Deutschland Konsumenten auf Plastik verzichten und Müll reduzieren? Diese Frage wird oft gestellt und ist für Lisa und Joy einfach nur eine plumpe Ausrede. 

„Wir sind der Meinung, dass jeder Mensch Verantwortung für unseren Planeten und seinen Plastikkonsum trägt. Wie sagt es Mahatma Gandhi so schön: "Sei du selbst die Veränderung, welche du dir für diese Welt wünschst". Wir sind alle gefragt, wenn es darum geht den Plastikmüll zu reduzieren. Verantwortung abzugeben halten wir für einen fatalen Fehler oder wie es Robert Swan so treffend sagt: "Die größte Bedrohung für unseren Planten ist der Glaube, dass jemand anderes ihn retten wird.“

Joy Richter und Lisa Zachmann – Futurewoman

Ist Plastik denn nur böse?

„Nein. In vielen Bereichen wäre unserer Gesellschaft nicht da, wo sie gerade ist ohne Plastik. Das gilt bspw. für die Medizin und die Technik. Wir unterscheiden deshalb zwischen Gegenständen, die lange genutzt werden können und Einwegplastik. Eine Plastiktüte oder ein Plastik-Trinkhalm werden nach kurzem Gebrauch entsorgt und das muss nicht sein. Meist sind es auch gerade diese Gegenstände, die wir bei unseren Beach Clean ups finden: Plastik-Trinkhalme, Plastiktüten, Plastikflaschen und Co. Dinge für die es nachhaltige Alternativen gibt.“ 

Jeder kann sofort anfangen

„Suche Dir eine Sache aus, die Du ab sofort umsetzt. Das kann beispielsweise sein, keine Plastik-Trinkhalme mehr zu nutzen, einen eigenen Stoffbeutel beim Einkaufen dabei zu haben oder einen eigenen wiederverwendbaren To-Go Becher. Nach einiger Zeit kannst Du Dich dann an einen anderen Bereich machen. Wenn Du Dich dennoch irgendwann mit einer Plastiktüte erwischt, mach Dich nicht verrückt, sondern überlege, wie Du die Tüte beim nächsten Mal vermeiden kannst.“

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger