• Dr. Diana Born

    Dr. Diana Born

    Business Development Managerin bei atmosfair gGmbH

    NGOs / Verbände
    Wenn man sich eine klimafreundliche Zukunft vorstellt, kann man darauf hinarbeiten.

"Unternehmen fokussieren sich im Klimaschutz immer mehr auf Vermeidungs- und Reduktionsstrategien. Das motiviert mich enorm."


Dr. Diana Born

 

Person

Business Development Managerin bei atmosfair gGmbH

Jahrgang: 1989 | Geschäftssitz: Berlin

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  • Seit August 2020: Business Development Managerin, atmosfair gGmbH (Berlin, Deutschland)
  • Seit August 2020: #TalkingClimate Trainerin, Climate Outreach / EIT Climate-KIC
  • Juni – Dez. 2020: Pionierin in System-Innovation („Pioneers into Practice“), EIT Climate-KIC
  • Nov. 2019 – Mai 2020: Zeit zur eigenen Weiterbildung durch Career Development Coaching und Indonesienreise, um Nachhaltigkeitsthemen und Klimawandel besser zu verstehen (Indonesien / Berlin, Deutschland)
  • April – Okt. 2019: Wissenschaftlerin im Meeresschutz, Juara Turtle Project (Pulau Tioman, Malaysia)
  • Juli 2014 – Feb. 2019: Wissenschaftlerin (Biophysik eines marinen Virus, Promotion und Postdoc), Max-Planck-Institut für medizinische Forschung (Heidelberg, Deutschland)
  • 2008 – 2014: Studium der Molekularen Biotechnologie (B.Sc., M.Sc.), Universität Heidelberg (Heidelberg, Deutschland)
 

THEMEN

Klimaschutz im Unternehmen (CO₂-Reporting, Klimaschutzstrategie, innovative Energieprodukte, CO₂-Kompensation) | Klimakommunikation | System Innovation | Forschung, Biowissenschaften, Viren, Meeresschutz

 

Einsatzgebiete

Gast bei Diskussionsrunden | Speakerin | Moderatorin | Workshop-Begleitung

 

#zerocarbon #TalkingClimate #coralreef #zerowaste #RefillMyBottle #YourPathYourFuture #pioneers #systemsthinking #innovation #renewableenergy

Dr. Diana Born – Futurewoman

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Als Business Development Managerin bei atmosfair gGmbH entwickle ich innovative Klimaschutzprodukte, die hauptsächlich auf europäische Unternehmenskunden abzielen. Das umfasst CO₂-Reporting, Beratung zur individuellen Klimaschutzstrategie und Unterstützung bei der Umsetzung mit Fokus auf erneuerbare Energien sowie CO₂-Kompensationsprodukte.

Zusätzlich bin ich als "Pioneer into Practice" des EIT Climate-KIC für 7 Monate an "System Innovation Challenges" zu Klima und Nachhaltigkeit beteiligt. In internationalen Teams nutzen wir "Transition Thinking Tools" und arbeiten mit Organisationen und Unternehmen in Europa zusammen, um Klima-Lösungen für komplexe sozio-technische Systeme zu entwickeln.

In meiner Freizeit gebe ich für Climate Outreach als "#TalkingClimate Trainer" Workshops, die Menschen befähigen, effektiv über Klimawandel zu kommunizieren und so den sozialen Wandel zu einer klimafreundlichen Gesellschaft mitzugestalten.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Durch Experimente und Analytik aus der Biotechnologie, Physik und Chemie fand ich in meiner Promotion heraus, wie ein marines Virus seine Hülle aufbaut und infektiös für seinen Wirt wird. Währenddessen wurde mir bewusst, wie eng marine Ökosysteme (insbesondere marine Viren) mit dem Klima verknüpft sind. Außerdem sah ich in dieser Zeit das erste Mal Korallen in tropischen Riffen mit eigenen Augen und war von diesen Tieren und natürlich auch ihren Viren unglaublich fasziniert. Deshalb entschied ich mich im Meeresschutz zu arbeiten und unterstützte 2019 das Juara Turtle Project in Malaysia bei ihrem Korallenrehabilitationsprogramm.

In Malaysia erlebte ich, wie Korallen wegen der konstant viel zu hohen Wassertemperaturen ausbleichten und schließlich starben. Dadurch wurde mir klar, dass ich das Hauptproblem für Korallen, die globale Erwärmung, an der Wurzel packen muss, wenn ich meine Lieblingstiere auch noch in 50 Jahren in einem Riff bestaunen möchte.

Mit Business Development, System-Innovation und Kommunikationstraining für den Klimaschutz habe ich einen für mich sehr erfüllenden Weg gefunden, um Menschen und Unternehmen zu helfen, aktiv unsere Gesellschaft zu dekarbonisieren.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Dass meine persönliche Mission der Meeres- und Klimaschutz wird, entwickelte sich während meiner Promotion: Einerseits durch die Forschung an einem marinen Virus, andererseits durch meine ersten Reisen in tropische Regionen, wo ich Korallenriffe sehen konnte, die bereits durch Stürme, Wassererwärmung, Krankheit, Fischfang etc. zerstört wurden. Meine ersten persönlichen Maßnahmen waren der Wechsel zu Grünstrom, Zero Waste und nachhaltigem Konsum.

Immer mehr Privatpersonen und Unternehmen realisieren, wie wichtig Klimaschutz ist und fragen bei atmosfair nach Unterstützung an, deren Treibhausgasemissionen zu ermitteln, Reduktionspotenziale aufzudecken und unvermeidbare Restemissionen zu kompensieren. Der Fokus verlagert sich dabei immer stärker auf effektive Vermeidungs- und Reduktionsstrategien, welche auch die Wertschöpfungsketten der Unternehmen in Betracht ziehen. Diese positive Entwicklung motiviert mich enorm.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Nachhaltigkeit ist mittlerweile ein Trend, bei dem viele Unternehmen mithalten wollen, um kompetitiv zu bleiben. Bei der Kooperation mit Unternehmen und Organisationen ist es für atmosfair als gemeinnützige und glaubwürdige Klimaschutzorganisation wichtig, dass Unternehmen Nachhaltigkeit mit uns ernsthaft verfolgen und nicht zum "Green Washing" nutzen. Um die Ernsthaftigkeit des Klimaschutzes bewerten zu können, ist viel Recherche und individueller Austausch mit den Unternehmen nötig.

Klimaschutzprojekte zur CO₂-Kompensation als alleinige Maßnahme können das Klimaproblem nicht lösen. Wir müssen Treibhausgasemissionen bereits in den nächsten 10 Jahren drastisch reduzieren, um die Erderwärmung auf 2°C zu beschränken. Eine Herausforderung ist es, dafür ein Bewusstsein in Unternehmen zu schaffen, um so die Umsetzung von Reduktionsstrategien zu ermöglichen.

Wie kann Deine Arbeit, oder Deine Branche dazu beitragen die Welt nachhaltiger zu machen?

Als gemeinnützige Klimaschutzorganisation entwickelt und finanziert atmosfair Projekte mit erneuerbaren Energien in Entwicklungsländern, um CO₂-Emissionen zu senken und gleichzeitig den Menschen vor Ort direkt zu helfen. Wir sind finanziell unabhängig und finanzieren uns über Beratungsleistungen und freiwillige Klimaschutzbeiträge, vor allem zur Kompensation von CO₂-Emissionen. Dadurch unterstützen wir einerseits Entwicklungsländer, die globalen Nachhaltigkeitsziele zu erreichen, und andererseits Unternehmen auf ihrem Weg zur Nachhaltigkeit.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Optimismus und Motivation: Ein Wandel zur Nachhaltigkeit ist nur möglich, wenn wir es wagen, uns eine nachhaltige Gesellschaft vorzustellen. Besonders junge Menschen können mit kreativen Ideen Klimalösungen vorantreiben. Deshalb möchte ich ihnen Motivation geben, ihren eigenen Stärken zu vertrauen, sie weiterzuentwickeln und mutig mit ihren Ideen zu experimentieren, um so das System hin zur Nachhaltigkeit zu transformieren. Den Rat gebe ich aber auch „älteren“ Menschen.

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Alles rund um Ernährung und „Zero Waste“ ist mir sehr wichtig. Seit ich im Unverpackt-Laden in entspannter Atmosphäre selbst abfüllen kann, was ich wirklich brauche, macht mir sogar Einkaufen ein bisschen Spaß. Beim gemeinschaftlichen Gärtnern und Beete-Bauen im Kiez habe ich mein Essen noch mal mehr schätzen gelernt: Es braucht Kraft und vor allem viel Zeit bis die Bohnen endlich wachsen. Umso größer ist dann die Freude beim gemeinschaftlichen Ernten, Kochen und natürlich Essen!

Und nun zum Fahrrad: Damit bin ich das ganze Jahr zur Arbeit unterwegs, habe eine Ausrede bei jedem Wetter draußen sein zu dürfen und die Bewegung brauche ich sowieso!

Was treibt Dich an?

Natürlich die Faszination für Korallen und alle weiteren fantastischen Lebensformen, die die Natur in einem komplexen Ökosystem geschaffen hat, in dem jeder Organismus miteinander interagiert. Ich als Mensch bin ein Teil davon und bin motiviert, das Ökosystem für alle Lebewesen zu erhalten.

Alleine macht mir das nicht so viel Spaß: Mit einem engagierten Team gemeinsam an Klimalösungen zu arbeiten, gibt mir den „Extra-Boost“ mich sowohl für das Klima als auch das Team zu engagieren. Ich schätze eine respektvolle Feedbackkultur, in der sich jeder weiterentwickeln kann.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Erstmals weniger CO₂ in der Atmosphäre!

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability