• Janna Kuhlmann

    Janna Kuhlmann

    Projektmanagerin bei der EPEA GmbH - Part of Drees & Sommer

    WirtschaftZero Waste
    Das kein Müll entsteht kann direkt beim Produktdesign berücksichtigt werden.

Sie kennt sich mit Chemikalien und Rohstoffen in Produkten aus und wie wir wirklich nachhaltige, kreislauffähige Produkte Designen können.


Janna Kuhlmann

 

Person

Projektmanagerin bei der EPEA GmbH - Part of Drees & Sommer
Climate Impact Forecast Trainerin

Jahrgang: 1991 | Geschäftssitz: Hamburg

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  • Seit 2020 Climate Impact Forecast Trainerin
  • Seit 2019 Projektmanagerin bei der EPEA GmbH - Part of Drees & Sommer, Hamburg
  • 2020 Weiterbildung Circular Product Design Assessment, TU Delft
  • 2018 – 2019 Wissenschaftliche Beraterin bei Peter Fisk Associates Brussels, Belgien
  • 2015-2017 Masterstudium Umweltchemie und Gesundheit, Universität Kopenhagen
  • 2015 Wissenschaftliche Hilfskraft beim Helmholtz Zentrum für Umweltforschung, Leipzig
  • 2011-2014 Bachelorstudium Chemie, Friedrich Schiller Universität Jena
 

THEMEN

Umweltchemie und Ökotoxikologie | REACH EU | nachhaltige Materialwahl (Konsistenz) | Cradle to Cradle | Ressourcen- und Stoffströme z. B. Plastik, Stickstoff, Phosphor | CO2-Fußabdrücke | Ökobilanzierung | Life Cycle Assessment | Suffizienz (Post Wachstum) | Commons | Permakultur | New Work

 

Einsatzgebiete

Workshoporganisation und -durchführung | Moderation | Speakerin | Gast in Diskussionsrunden

 

#Umweltchemie #Ökotoxikologie #Konsistenz #Plastik #Stickstoff #Phosphor #Chemikalien #CradletoCradle #C2C #Design #REACH #circulareconomy #kreislaufwirtschaft #LCA #EPEA #Cif

Janna Kuhlmann – Futurewoman
Janna Kuhlmann – Futurewoman
 

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Als Chemikerin berate ich Firmen und Start-ups zu nachhaltigem Produktdesign und nachhaltiger Chemikalienpolicy. Hierbei spielt nachhaltige Chemikalien- und Materialwahl und das Design zum einfachen Auseinanderbauen eine Rolle und ich denke das Ende der Nutzungsphase bereits mit – was wir heute als Müll bezeichnen. Für mich gibt es keinen Müll, sondern nur Stoff- und Chemikalienströme, die wir von vorneherein mitdenken können. Als Werkzeuge dienen Konzepte wie Cradle to Cradle, Circular Economy und CO2 Bilanzierung. Zudem sehe ich meine Aufgabe darin, zu inspirieren, Ideen anzustoßen und Menschen und Ideen zu vernetzen.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Ganz klar durch mein Wissen und meine Ausbildung, gepaart mit meiner positiven Einstellung. Ich schrecke nicht davor zurück, an Türen zu klopfen und sehe mich als ebenbürtige Diskussionspartnerin auch zu älteren Herren in Führungspositionen. Dieses Selbstbewusstsein kam nicht von allein. Zum einen hat mich eine Sommeruni des European Institute of Technology nachhaltig geprägt, bei dem wir dazu ermutigt wurden, viele wichtige Menschen zu kontaktieren, um unsere Start-up Idee zu validieren. Damals total außerhalb meiner Komfortzone bei fremden Professor*innen und CEOs anzurufen, hat mich das positive Feedback nachhaltig beeindruckt. Zum anderen ziehe ich viel Selbstvertrauen aus meinen wissenschaftlichen Kenntnissen und meinen Erfahrungen. Während meiner Zeit als wissenschaftliche Beraterin in Brüssel hat es mich ermutigt bei all den wichtigen Menschen und Organisationen zu sehen, dass hinter allem nur Menschen wie ich stecken, ohne magische Superkräfte.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Ich wurde definitiv etwas Öko erzogen. Aber die Rebellin in mir hat sich gefragt, ob da wirklich was dran ist, dass meine Eltern Chemie verfluchen und nachhaltige Putzmittel kaufen. Heute weiß ich: Alles ist Chemie, also ist es quatsch irgendetwas pauschal zu verfluchen. Zudem ist es
gesamtgesellschaftlich sinnvoll, wenn wir nachhaltige Putzmittel benutzen, da wir dadurch weniger auf durch Steuergelder finanzierte high-tech Kläranlagen angewiesen sind.

Auf dem Weg zur Circular Economy beschäftigen sich viele Unternehmen neben der Verwendung von gut recycelbaren Materialien damit, wie sie ihre Produkte wieder zurückbekommen können, um sie zu reparieren, aufzubereiten oder selbst zu recyceln. Hier spielen auch neue Wirtschaftsmodelle wie Leasing eine wachsende Bedeutung.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Recycelte Materialien zu verwenden ist für Unternehmen oft noch teurer als neue. Dies liegt an den Kosten der Logistik, der Materialqualitätsprüfung und am günstigen Erdölpreis. Nicht zuletzt aber auch an den optimierten Prozessen für neue Rohstoffe und Firmen, die sich gegen den Wandel sträuben, um ihre Stellung zu behalten. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sich dies ändert, ähnlich wie bei der Preissenkung der Photovoltaik. Ich unterstütze Unternehmen dabei, geeignetes Recyclingmaterial zu finden und die Qualität davon zu prüfen.

Wie kann Deine Arbeit, oder Deine Branche dazu beitragen die Welt nachhaltiger zu machen?

Wenn Designer sowohl bei der Materialwahl als auch beim Design das Schicksal nach der Nutzung mitdenken und gesunde, leicht reparier- und separierbare Produkte bauen, dann setzt dies die notwendigen Grundpfeiler für die Circular Economy.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Gebt nicht all eure Energie darein, wie ihr euer Privatleben nachhaltig gestalten könnt. Falls ihr Ressourcen habt, organisiert euch in Gruppen und schaut, wie lokal oder gesamtgesellschaftlich eine sozial-ökologische Transformation gelingen kann, die alle mitnimmt.

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Ich arbeite in Teilzeit, sodass ich mehr Zeit habe für DIY Projekte, Second Hand Shopping und Sachen Reparieren und bei meiner solidarischen Landwirtschaft mit zu gärtnern. Nachhaltige Praktiken brauchen meist mehr Zeit, aber oft weniger Geld.

Was treibt Dich an?

Ich möchte die Welt mit einem positiven Fußabdruck hinterlassen – also ein bisschen besser als ich sie vorgefunden habe. Zudem bin ich Optimistin und glaube, dass alle Lösungen schon da draußen sind. Wir müssen nur die eingerosteten Strukturen, die einige nicht verändern wollen, weil sie ihnen viel Geld bringen, aufrütteln.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Mehrzahl der Unternehmen weist positive Fußabdrücke auf und nützt der Umwelt mehr als sie ihr schadet.

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability