• Kathrin David

    Kathrin David

    Geschäftsführerin give & grow gUG

    Gastronomie & Tourismus
    Wir brauchen mehr positive Zukunftsbilder, Offenheit und ehrlichen Austausch, wenn wir uns als Menschen begegnen – lokal, national und global.

"Tourismus verändert sich. Wir wollen nicht mehr einfach nur weg, sondern in Kulturen eintauchen."


Kathrin David

 

Person

Geschäftsführerin give & grow gUG

Jahrgang: 1990 | Geschäftssitz: Köln

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Langjährige Konzernmitarbeiterin kehrte dem konservativen Kapitalismus den Rücken und begab sich auf eineinhalbjährige Langzeit- und Lernreise, um nach ihrer Rückkehr als Gründerin des Sozialunternehmens give & grow die Tourismusbranche und die weltweite interkulturelle Zusammenarbeit nachhaltig zu verändern.

2019–heute Geschäftsführerin und Gründerin give & grow
2018–2019 Langzeitreise, Start des eigenen Podcast „Change & Perspective“ und Aufbau eines Netzwerks mit Hilfsprojekten weltweit
2013–2017 B.Sc. Betriebswirtschaft und Wirtschaftspsychologie
2010–2018 Industriekauffrau Vertriebsinnendienst im Chemiekonzern

 

THEMEN

Nachhaltiges und bewusstes Reisen | Verantwortungsvolles Volunteering | Sozialer Wandel | Soziales Engagement | Perspektivwechsel | Positive Zukunftsvision

 

Einsatzgebiete

Gast bei Diskussionsrunden | Speakerin | Workshops | Interviewpartnerin

 

#reshapevolunteering #bewusstreisen #nachhaltigerTourismus #responsibletravel #socialimpact #ngo #positivechange

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Ich bin Gründerin und Geschäftsführerin des gemeinnützigen Unternehmens give & grow. Wir schaffen einen globalen Austausch abseits von Politik und Ländergrenzen, auf dem sich Menschen auf Augenhöhe begegnen. Durch Aufklärung in Form von interaktiven Workshops und Onlinekursen, gestalten wir die Welt des Reisens und die Wahrnehmung von Begriffen wie Kultur, Herkunft und Fortschritt neu - damit wir als Menschheit zusammenwachsen und gemeinsam Lösungen für eine lebenswerte Zukunft kreieren.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Lange Zeit war mein Weg ziemlich gradlinig und eindeutig. Abitur, Ausbildung, Studium – und dann die Kündigung. Ich musste aus dem gewohnten Umfeld und dem routinierten Alltag ausbrechen, um zu erkennen, was für die Welt, aber vor allem auch für mich möglich ist. Quereinsteigerin zu sein und aus der eigenen Erfahrung und Kraft heraus etwas verändern zu wollen, war und ist mein Antrieb.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Nachhaltigkeit war für mich lange mit schlimmen Nachrichten und Endzeitstimmung verbunden. Als ich dann die Doku „Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“ gesehen habe, war ich so motiviert, dass ich mein Leben auf den Kopf gestellt habe. Die größte Herausforderung bleibt bis heute: Wie kann ich meine Leidenschaft für das Reisen mit Nachhaltigkeit zusammenbringen. Welche Potentiale halten Begegnungen bereit und wie kann ich sie aktiv und positiv beeinflussen?

Die größten Trends sind Öko-Tourismus, Naturverbundenheit, soziales Reisen, langsamer und sanfter Tourismus. Wir wollen nicht mehr „einfach nur weg“ oder nur unterwegs sein, um ein Beweisfoto mitzubringen, sondern tief in Kulturen eintauchen. Hier bieten sich für uns einige Risiken aber auch Potentiale, wenn sich beide Seiten entsprechend auf die Situation einlassen.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Nachhaltigkeit und Reisen. Es ist unsere tägliche Herausforderung, diese beiden Themen langfristig zusammen zu bringen. Wir sehen es als unsere Aufgabe nicht nur den ökologischen Aspekt zu lösen, sondern auch für ökonomische und soziale Prozesse im Tourismus Lösungen zu finden. Sobald wir in Gesprächen mit sehr skeptischen oder pessimistischen Menschen geraten, vertreten wir den Ansatz: Offenheit und Positivität. Wir wollen weg von polarisierender Meinungsmache, Schwarz-Weiß denken und dem ewigen Kampf gegeneinander – hinzu mehr Verständnis und dem gemeinsamen Kampf für eine bessere Zukunft.

Wie kann Deine Arbeit, oder Deine Branche dazu beitragen die Welt nachhaltiger zu machen?

Durch unsere Aufklärungsarbeit geben wir Menschen die Möglichkeit, ihre Reise nicht nur ökologisch nachhaltig, sondern auch bewusst und sozial nachhaltig zu gestalten. Damit verändern wir nicht nur den internationalen Tourismus, sondern schaffen gleichzeitig Raum für ehrliche Begegnungen zwischen unterschiedlichen Kulturen. Wir wollen mit den Menschen gemeinsam das Fundament legen, damit ein Austausch auf Augenhöhe geschieht und wir zukünftig als Menschheit an globalen Lösungen arbeiten.

Was war der Auslöser für die Gründung?

Als mir klar wurde, dass ich für längere Zeit auf Reisen sein will und nicht in meinen Job im Chemie-Konzern zurück möchte, blieb trotzdem die Frage, wie ich Nachhaltigkeit und Reisen verbinden kann. So kam ich auf die Idee unterwegs mit sozialen Projekten und Initiativen zu sprechen, um etwas über ihre Arbeit und Lösungen zu erfahren. Im Austausch mit den lokalen Organisationen wurde mir klar, nicht nur auf Reisen, sondern auch im Volunteering läuft gerade einiges verkehrt. Dabei liegt in Begegnungen zwischen Menschen ein riesiges Potential – wenn wir uns bewusst dafür öffnen. Mit give & grow möchte ich den Menschen zeigen, wie das funktioniert.

Was waren die größten Hürden und wie hast Du diese gemeistert?

Gleich zu Beginn hat uns die Pandemie ordentlich durchgeschüttelt. Dadurch haben wir jedoch unsere Kernkompetenz und unser Angebot besser herausarbeiten können. Was uns am meisten bei den Hürden hilft - gerade am Anfang - sind Gespräche mit anderen Sozialunternehmer*innen und der offene Austausch. Gemeinsam finden sich immer Lösungen und neue Perspektiven, die einem Alleine manchmal verschlossen bleiben.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Glaubt an Lösungen und arbeitete daran eine Welt zu erschaffen, in der ihr Leben wollt. Es ist wichtig, sich über die Fakten auszutauschen und die Herausforderungen zu verstehen. Aber noch wichtiger ist es, dass wir wissen, wo wir hinwollen und was wir bereit sind, dafür zu geben.

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Ich habe mir sowohl Zuhause, als auch im Büro eine Ausgangslage geschaffen, die nachhaltige Optionen als einfachen Standard zulassen. Der Wasserfilter steht bereit, der Weg zum Supermarkt und Büro ist super mit dem Fahrrad zu erreichen und ich führe immer meine Zero-Waste-Ausstattung inklusive Beutel und Besteck mit mir. Nachhaltigkeit darf Spaß machen und soll nicht anstrengend sein. Am besten ist es, wenn wir eine Umgebung schaffen, in der Umweltbewusstsein „normal“ ist.

Was treibt Dich an?

Menschen. Mich inspiriert und motiviert es mit Menschen zu sprechen und von ihren Ideen zu hören. Zu lernen, wie überall auf der Welt engagierte Menschen selbst an Lösungen für lokale oder sogar nationale Probleme arbeiten. Wenn wir mehr über Lösungen, positive Zukunftsbilder und kulturellen Austausch auf Augenhöhe sprechen, kommen wir einer nachhaltigen Welt schon ein großes Stück näher.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Interkulturelle Akzeptanz und Zusammenarbeit auf Augenhöhe wird weltweit zum Standard. Globale Ungerechtigkeit und alle sozialen und ökologischen Probleme können endlich gemeinsam gelöst werden.

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability