• Katharina B.M. Beck

    Katharina B.M. Beck

    Unternehmensberaterin und Grünen-Politikerin

    BeratungPolitik
    May your life be filled with sustainable love and beauty.

Sie ist die Frau für Lösungen. Sie erkennt ein Problem und packt es an. Totale Power!


Katharina B.M. Beck

 

Person

  • Senior Manager/Director Sustainability, globale Strategie- und Technologieberatung
  • Vorsitzende/“Sprecherin“ der Bundesarbeitsgemeinschaft Wirtschaft & Finanzen und des Sprecher*innenrats aller Bundesarbeitsgemeinschaften, Bündnis 90/Die GRÜNEN
  • Stv. Aufsichtsratsvorsitzende, Chancen eG (Sozialunternehmen für Bildungsfinanzierung)
  • Speakerin und Moderatorin

Jahrgang: 1982 | Geschäftssitz: Berlin

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  • Zuvor: Director Institute for Social Banking | Präsidentin oikos International | Gründerin Schöne neue Welt delüx!® und Bloggerin („kathas welt“)
  • Executive und Leadership Zertifikate von ESMT und Yale | Diplom in Regionalwissenschaften Lateinamerika (Politik, Völkerrecht, Geschichte, Literatur) | Abschluss in BWL
  • Rheinländerin, Panama, Schweiz, Hamburg, jetzt Berlin. Patentante. Und verliebt.
 

THEMEN

  • Was ist Nachhaltigkeit? Entstehung, Konzepte, Relevanz
  • Wie wir Veränderung hinbekommen: Systemisch, organisationell, individuell
  • Nachhaltigkeit in der Wirtschaft, z.B.: Große Unternehmen, CSR, CR, Sustainability, Donut-Ökonomie | Gemeinwohlökonomie und „social/sustainable entrepreneurship” | Sustainable Finance
  • Nachhaltigkeit in der Politik, z.B.: „Beyond BIP“: Neuer Wohlstandskonsens – für ein zukunftsfähiges Wirtschafts- und Finanzsystem | Wirtschafts-, Klima- und Sozial-Politik | Vom Glück und Unglück, sich in einer Partei zu engagieren
  • Nachhaltigkeit in Beruf & Leben, z.B.: „Be the change you want to see in the world“ | Den eigenen (beruflichen) Weg der Nachhaltigkeit finden | Mentale Gesundheit in einer nicht nachhaltigen Welt
 

Einsatzgebiete

Beratung | Speakerin | Moderatorin | Gast bei Diskussionsrunden | Workshop-Begleitung | Aufsichtsrätin

 

#sustainability #sustainablebusiness #greenpolitics #lovebasedpolitics #change #LOHAS #fun #livingthegoodlive #greattransformation #sustainablefinance #change #makingchangehappen

Klima-Kohle-Demo, u.a. gemeinsam mit Jürgen Trittin, Katharina Dröge und Annalena Baerbock (v.l.n.r.)
Klima-Kohle-Demo, u.a. gemeinsam mit Jürgen Trittin, Katharina Dröge und Annalena Baerbock (v.l.n.r.)
ESMT Panel zu Klimaschutz in der Wirtschaft
ESMT Panel zu Klimaschutz in der Wirtschaft
 

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Ich setze mich dafür ein, Organisationen, systemische Stellschrauben und individuelles Verhalten in Richtung Nachhaltigkeit zu verändern. Seit ungefähr einem Jahrzehnt berate ich große, weltweit tätige Firmen und diverse andere Organisationen zu Nachhaltigkeit. Als Director/Senior Manager in einer globalen Strategieberatung helfe ich unseren Kund*innen bei der Integration von ökologischen und sozialen Kriterien in die Strategie und in tatsächliche Veränderungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette und Unternehmenskultur. Kreislaufwirtschaft, Klimaschutz und Menschenrechte sind zentrale Themen, aber auch insgesamt die UN Sustainable Development Goals (SDGs) in Einklang mit unternehmerischem Fortschritt zu bringen. Dabei ist die Zusammenarbeit mit Entscheider*innen diversester Funktionen sehr wichtig; und auch die Anreizstrukturen so zu verändern, dass sie nachhaltige Innovation und Veränderung belohnen und nicht – wie heute – oft behindern. Auch trage ich dazu bei, Mindsets und alltägliches Verhalten positiv zu verändern. Meist arbeite ich in mehrmonatigen Projekten für einzelne Großunternehmen in Deutschland und der Schweiz. Außerdem leite ich die Erstellung von Studien für internationale Konsortien, zum Beispiel zu Digitalisierung und den Sustainable Development Goals (SDGs) oder Leitfäden für die praktische Umsetzung von Nachhaltigkeit in Unternehmen. 

Um das „level playing field“ auch systemisch zu ändern, engagiere ich mich neben dem Beruf in der Politik. Bei den Grünen bin ich sozusagen „Head of Ehrenamt“: in einer Doppelspitze leite ich den Sprecher*innenrat aller 25 Bundesarbeitsgemeinschaften (BAGen). Die BAGen sind die ehrenamtlichen thematischen Think Tanks der Partei, die besondere Antragsrechte auf Parteitagen und darüber hinaus genießen. Und ich leite die BAG Wirtschaft & Finanzen, wo wir gemeinsam mit Wissenschaftler*innen, Praxisvertreter*innen, Grünem Bundesvorstand und Abgeordneten Konzepte z.B. für bessere Steueranreize, Sustainable Finance und eine gesündere Vermögens- und Einkommensverteilung entwickeln. 

Früher habe ich mich als Präsidentin einer internationalen Studierendenorganisation für die Integration von Nachhaltigkeit in BWL und VWL Studiengänge eingesetzt, und ein eigenes Start-up und einen Blog zu nachhaltigen Lebensstilen gegründet. Des Weiteren habe ich mich als Direktorin des Institute for Social Banking mit Banken wie der GLS Bank für nachhaltiges Banking eingesetzt und dazu Lehrgänge und Summer Schools angeboten. 

Die individuelle Ebene der Veränderung ist mir bis heute ein Herzensanliegen, und dabei spielen Positivität und gleichzeitiges Anerkennen von Schmerzen und eine Vision der friedlichen Schönheit eine wesentliche Rolle. Wichtig in allen diesen Veränderungen ist, mit Zielkonflikten und Veränderungsaversion humorvoll umgehen zu lernen. Das ist nicht immer einfach, aber einfach viel schöner, wenn es gelingt.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Menschen sind das Wichtigste auf meinem Weg. Durch den Austausch, Tipps, andere Perspektiven und Mund-zu-Mund-Propaganda lerne ich am meisten und habe ich auch die besten beruflichen Möglichkeiten erhalten und Entscheidungen getroffen.

Darüber hinaus leitet mich mein Nordstern, dass ich dazu beitragen möchte, ein friedlich-schönes Leben für alle innerhalb der Planetaren Grenzen zu ermöglichen. Dem folge ich. Und dabei heißt es oft: Problem erkennen und einfach machen. Im Studium sehe ich, dass die Unis Führungskräfte in der Wirtschaft falsch ausbilden? Dann setze ich mich als Präsidentin bei oikos International für mehr Nachhaltigkeit in der Lehre ein. Grundsätzlich erkenne ich, dass wir alle durch unseren Lebensstil etwas ändern können, wenn öko nur sexier würde? Dann gründe ich ein Design-Startup und einen Lebensstilblog. In der Finanzkrise nehme ich die Ausmaße der Macht von Geld wahr? Dann bringe ich mehr Nachhaltigkeit ins Banking als Director des Institute for Social Banking. Ich bin über die langsame Veränderung in großen Unternehmen frustriert? Dann gehe ich in die Nachhaltigkeitsberatung. Ich merke, dass die Stellschrauben im System verändert werden müssen? Dann engagiere ich mich bei den Grünen für andere politische Regeln, zum Beispiel bei Klima-, Vermögens-/ Verteilungs- und Unternehmenspolitik; und mittlerweile auch in der Geschlechtergerechtigkeit. 

Beharrlichkeit, Durchhaltevermögen und eine gewisse Übung in innerer Bescheidenheit sind ganz entscheidend, denn diese systemischen Veränderungen kann keiner allein bewirken. Daher sind mir auch enge Verbündete, also wieder die Menschen, super wichtig. Denn einfach ist es nicht immer, man kann sich zu sehr dogmatisch einengen – so schön es ist, sich für richtige Ziele einzusetzen. Die eine Wahrheit allerdings gibt es nicht, anders als in so manchen NGOs wahrgenommen. 

Was neben dem Nachhaltigkeits-Nordstern wichtig ist: Auch auf die eigene Entwicklung Wert zu legen, welches Umfeld ich haben möchte, was mir sonst im Leben wichtig ist. Und Lesen und Weiterbilden. Und Lachen. Immer wieder Lachen. Gutes Essen. Musik. Und Abtanzen. Meine alljährlichen Partys sind Legenden.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Nachhaltigkeit im Sinne eines schönen Lebens hat für mich schon immer Sinn ergeben, auf einer ganz menschlich-intuitiven Ebene. Schön im Sinne von friedlich, harmonisch, zugewandt, freundschaftlich, liebevoll, lustig, florierend, ästhetisch. Aber eine Hausarbeit in meinem ersten Semester zu Kommunalpolitik und Umsetzung der der Rio-Agenda 21, hat mich von meiner damaligen rosaroten Brille befreit. Der dramatische globale Zustand bei Klimawandel, Ressourcenausbeutung, Waldabholzung, Menschenrechtsverletzungen – das war schon als ich 19 war mega erschreckend. Warum machen sich die Menschen ihr Zuhause kaputt? Das wollte und will ich nicht akzeptieren. Und der Zustand ist in den letzten 19 Jahren leider nicht weniger erschreckend geworden. Hinzu kommt der Backlash zum Populismus. Aber: Es gibt immer mehr Menschen, die sich für Nachhaltigkeit einsetzen, und daher gibt es Hoffnung. Wie hier bei Futurewoman.

Klimaziele ernsthaft und quantitativ in die Unternehmensstrategie zu integrieren, vor allem so genannte „Science Based Targets“. Außerdem geht es viel um die Erreichung der UN Sustainable Development Goals (SDGs).

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Das größte Problem sind die schlechten Anreize. Die Shareholder-Value-Orientierung und kurzfristige Profitmaximierung zeigt das auf der Ebene der Unternehmen; umweltschädliche Subventionen und zu hohe Kosten für sozial-ökologisches Unternehmertum auf der systemisch-politischen Ebene. In Deutschland gibt es über 57 Milliarden Euro umweltschädliche Subventionen jährlich!

Gleichwohl sind die langfristigen Trends wie die Klimakrise und ihre Auswirkungen auf Lieferketten und Wertschöpfungskreisläufe nicht mehr wegzureden. Daher gehen viele große Unternehmen über das legal notwendige hinaus und setzen sich beispielsweise wissenschaftsbasierte CO2-Ziele, um ihren Beitrag zum Klimaschutz zu machen. Wenn sie dabei auch noch Kosten einsparen und sich für die erneuerbare Zukunft der Energieversorgung vorbereiten, ist für alle etwas gewonnen. Bei dieser und anderen Transformationen, z.B. auch hin zu Geschäftsmodellen der Kreislaufwirtschaft, unterstützen wir unsere Kund*innen.
Einfacher wäre es allerdings, wenn zudem die politischen Rahmenbedingungen für alle anders gestaltet wären und auch verlässlich überprüft würden.

Wie kann Deine Arbeit, oder Deine Branche dazu beitragen die Welt nachhaltiger zu machen?

Konzepte und Lösungen für die Integration von Nachhaltigkeit in die Unternehmensstrategie und –Praxis zu entwickeln und in die Anwendung zu bringen. Und das alles vergleichsweise schnell und auf hohem professionellem Niveau.

Was war der Auslöser für die Gründung?

Der Auslöser für die Gründung von „Schöne neue Welt delüx!“© und meinem Blog „kathas welt“ war die Lust daran, ein nachhaltiges Leben mit Schönheit und Freude zu verbinden. Unser Credo: „Nachhaltigkeit ist delüx. Aber sie nervt manchmal. Wir möchten, was hinter dem (Un-)Wort Nachhaltigkeit steckt, attraktiv machen. Denn wir verstehen Nachhaltigkeit als etwas Schönes, als etwas, das Freude macht und vor allem Sinn; als ein faires Miteinander von sieben oder zukünftig acht, neun, zehn Milliarden Menschen auf einem schönen, lebendigen Planeten. Ohne Dogmen.”

Was waren die größten Hürden und wie hast Du diese gemeistert?

Für Nachhaltigkeits-Veränderung gibt es nicht immer einen Markt, und in 2009 noch weniger als heute. Diesen zu kreieren haben wir über Design und positive Farben gelöst. Außerdem hat der Dialog mit anderen Nachhaltigkeits-Pionier*innen, Auszeichnungen und eine gewisse Unabhängigkeit sehr geholfen, da wir alle auch noch andere Einkommensmöglichkeiten hatten. Durch eine Erweiterung des Produktportfolios durch Dienstleistungen, die skalierbar sind, konnten wir die nicht gut skalierbaren delüxen Accessoires gegenfinanzieren. Das ist wichtig bei grüner Gründung – der positive Impact ist am wichtigsten, auch wenn nicht alle Angebote gleichermaßen rentabel sind.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Fordert weiterhin energisch die heutigen Macht- und Einflusshaber*innen dazu auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen. Sie machen es sich oft einfach damit, Euch „jungen Menschen“ die Zukunft anzuvertrauen und sich dadurch aus der Affäre zu ziehen. Aber nein, die Zeit für Veränderung ist jetzt. Und daher müssen diejenigen, die jetzt in den Führungspositionen sind, diese Führung auch nach dem Prinzip der Zukunftsfähigkeit neu ausrichten. Am besten mit Eurer Inspiration, Energie und Eurem Mut!

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Bei jedem Einkauf begleitet mich ein grüner Gedanke: Ich kaufe selten Kleidung und trage sie lange, recherchiere erstmal, ob es etwas auch in „bio“ und „fairtrade“ gibt, lasse Dinge reparieren, achte auf gute Qualität (und Schönheit natürlich), freue mich auch über second hand Schnäppchen, habe Bio-Reinigungsmittel, fahre Bahn, und esse nur ein bis drei Mal im Jahr Fleisch. Aber es ist auch eine Zeitfrage in unserem heutigen System, denn so sehr der Gedanke immer dabei ist, so wenig schaffe ich auch immer eine grüne Umsetzung.

Aber natürlich gibt es nicht das reine gute Leben und immer wieder muss man Dinge abwägen. So letztens in meinem Lieblingsrestaurant: Als ich den Rest des köstlichen Gerichts nicht mehr aufessen konnte, fragte ich mich, ob jetzt Zurückgeben (#foodwaste) oder Mitnehmen (#plastikmüll) eigentlich das kleinere Übel wäre. Tollerweise habe ich mich getraut, das Dilemma mit der zauberhaften Besitzerin des Lokals anzusprechen. Wir kamen zur schönen Lösung, dass ich einfach den Teller mit dem Rest mit nach Hause nehmen und dann irgendwann zurück bringen kann (#nachbarschaft, #kleinelivehacks, #freude).

Was treibt Dich an?

Die Erkenntnis, dass das Leben und die Zukunft für bald neun Milliarden Menschen schöner ist, wenn wir es schaffen, innerhalb der planetaren Grenzen zu wirtschaften und zu leben. Das wir das schaffen, ist die Grundlage dafür, uns vor weiteren Kriegen, Heimatlosigkeit und Hunger zu bewahren. Es ist im Ende vielleicht eine Form von Stimmigkeit, Ehrlichkeit, Einfach- und Klarheit und dadurch Sinn und Zufriedenheit. Dass eine zukunftsfähige Welt, für die ich mich einsetze, einfach dem entspricht, was wir Menschen wissen und spüren. Eine Art Hoffnung, dass wir wirklich homo sapiens sapiens (=die Weisen der weisen Menschen) sind. 

Aber: Die Welt und die Menschen, auch ich, sind auch einfach widersprüchlich und es ist immer ein sowohl als auch und kein entweder oder. In dieser Widersprüchlichkeit klar zu kommen, ist mir ein großes Anliegen – für mich und für andere. Immer mehr Menschen haben wegen der Klimakrise und des Systems auch psychische Probleme. Auch diese könnten durch eine positive Veränderung geheilt werden. Und dadurch, dass wir uns zusammen tun und gnädig mit uns sind.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

„Klimaschutz first“: McK und Co. arbeiten ab jetzt nur noch mit Vorständen, die sich dem 1,5 Grad Ziel hart verpflichten.

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability