• Ines Imdahl

    Ines Imdahl

    Geschäftsführerin rheingold salon GmbH & Co. KG

    BeratungKommunikation
    Nachhaltiges Verhalten ist umso nachhaltiger je mehr es bei den Menschen mit einem Lustgewinn verknüpft ist.

"Um nachhaltiger zu wirtschaften, braucht es mehr Frauen in FÜhrungspositionen."


Ines Imdahl

 

Person

Geschäftsführerin rheingold salon GmbH & Co. KG

Geschäftssitz: Köln

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Studium der Psychologie an der Universität Köln, seit 2000 Geschäftsführerin und Inhaberin bei rheingold Institut; 2011 Gründung vom rheingold salon zusammen mit Jens Lönneker – seit 1999 verheiratet mit eben diesem; vier Kinder aus einer einzigen „nachhaltigen Produktionsserie“.

Studien zum Bereich Organic, Nachhaltigkeit, Bio und dem Irrational Behavior Gap: Warum wissen Menschen, was schlecht ist und handeln nicht danach? Frauen, Klima, Nachhaltigkeit?

Weitere Arbeitsschwerpunkte: Frauen und Diversity-Forschung, sowie Werbewirkungs-Forschung – auch Bilder von Frauen in der Werbung.

Veröffentlichungen und Medien-Präsenz: Kolumnistin im Handelsblatt Werber-Rat, Buch „Werbung auf der Couch“ (Herder-Verlag), Frauen und Quoten-Studie; Podcast der 8. Tag mit Gabor Steingart: „Frauen zahlen den Preis der Krise“, Podcast Nachhaltigkeit „Fabrik für Immer“. WDR Servicezeit-Psychologin in ihrer Sendung „5 Fallen – 2 Experten“ zusammen mit Prof. Dr. Vogel (Jurist) im WDR Fernsehen.

Meine erste öffentliche Studie hieß „future women“!, damals war ich 28 Jahre alt.

 

THEMEN

Frauen | Diversity | GenZ | Irrational Gap: Warum Aufklärung nicht zu nachhaltigerem Handeln führt! |
Menschliche Motive für Handeln – tiefenpsychologische Forschung zu vielen Alltagsbereichen

 

Einsatzgebiete

Speakerin | Moderation | Panel-Teilnahme | psychologische Expertise in TV, Radio, Podcast, Interviews, Kolumnen

 

#strongertogether #femaleleadership #diversity

Ines Imdahl – Futurewoman
Foto: Ulrike Reinker
Foto: Ulrike Reinker
 

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Vor allen Dingen tiefenpsychologische Forschung rund um das Thema menschliches Verhalten und Nachhaltigkeit. Seit mehr als zwei Jahrzehnten. Aber auch das Thema Diversity und Frauen gehört hier gleichermaßen hin: um nachhaltiger zu wirtschaften braucht es mehr Frauen in den Führungspositionen.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Ich wollte immer verstehen, warum sich Menschen „falsch“, also sich selbst oder andere schädigend verhalten, obwohl sie es besser wissen: Rauchen trotz besserem Wissen; billiges Fleisch kaufen, obwohl man gegen Massentierhaltung ist. Daher habe ich Psychologie studiert und dann glücklicherweise Unternehmen gefunden, die mich dafür bezahlen, genau das zu erforschen, was diese Fragen beantwortet.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Eher eine schrittweise Entwicklung in die Richtung: Immer schon politisch grün, angefangen mit Bio-Produkten, über grünen Strom, über die Abschaffung zumindest eines Autos in der sechsköpfigen Familie, dieses ist ein E-Auto, Vermeidung von To-Go-Bechern – da bin ich in der Tat ziemlich konsequent, obwohl ich Kaffee liebe. Aber es ist noch ein langer Weg und viel Luft nach oben.

Die Unternehmen, die ich berate suchen gerade vor allem nach Purpose – den sie meist als Nachhaltigkeit oder mehr Klimaschutz definieren. Nach den ewigen Wachstumszielen gibt das Thema Purpose den meisten Unternehmen Motivation und Sinn. Allerdings ist Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Diversity ein Must-Have wie eben auch die Wirtschaftlichkeit – leider noch oft eher nur ein 'Add on' oder eine separate Abteilung.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Reisen – manchmal muss ich an einem Tag hin und zurück und es sind nicht beide Strecken an einem Tag mit der Bahn zu machen. Kinderbetreuungstechnisch lässt sich das aber nicht immer anders lösen und es wird geflogen. Seit Corona aber gar nicht mehr! Vielleicht ist das etwas, das bleiben kann.

Wie kann Deine Arbeit, oder Deine Branche dazu beitragen die Welt nachhaltiger zu machen?

Ich versuche Unternehmen davon zu überzeugen, dass es nachhaltig ist, wenn Nachhaltigkeit Spaß macht: je weniger es sich wie ein Verzicht anfühlt, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Menschen dabei bleiben. Das gilt auch für Unternehmen und ist meines Erachtens eine der größten Chancen für die Nachhaltigkeit.

Was war der Auslöser für die Gründung?

Tatsächlich die männliche Dominanz in meinem vorherigen Unternehmen, die auf sehr alten konservativen Rollenbildern basierte – umgekehrt meine Vorstellung eines Lebens in einer wirklich partnerschaftlichen Beziehung als Basis eines Unternehmens.

Was waren die größten Hürden und wie hast Du diese gemeistert?

Sicher die aktuelle Krise, in der sich in einer Blitzgeschwindigkeit neu eingestellt werden musste. Wie kann man so viele aus dem Team behalten wie möglich und dennoch überleben? Wir haben das gemeinsam geschafft, mit unglaublicher Flexibilität und Ideenreichtum im Team.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Kämpft weiter für Eure Zukunft, lässt Euch nicht beirren. Und: auch Youtube-Videos schauen in dem Umfang wie es getan wird, ist wenig nachhaltig. Digitaler Traffic wird selten als Problem angesehen.

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

In diesem Feld von Vorbild-Frauen schwer. Ein konsequenter Mini-Beitrag ist, dass ich nie, wirklich nie Aufzüge nutze, nicht drei, nicht sechs und auch nicht bei zehn Stockwerken. Auch nicht mit Taschen oder Koffern. Mit letzteren laufe ich auch alles bis mindestens drei Kilometern rund um den Bahnhof an dem ich ankomme. Wenn ich genug Zeit habe, weil die Bahn pünktlich ist auch fünf. Mein Lustgewinn? Schöne Beine.

Was treibt Dich an?

Verstehen, was die Menschen tun oder lassen – die wahren Motive, um sie vielleicht jenseits von Aufklärung positiv bewegen zu können.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Alle Unternehmen sind verpflichtet den realen Preis für ihr Produkt aufzurufen. Sie müssen die genutzten Umweltressourcen bezahlen und können sich diese nicht einfach von der Allgemeinheit „nehmen“.

Portrait-Foto: Ulrike Reinker

 

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability