• Sina Wans

    Sina Wans

    Gesellschafterin sustainable thinking GbR

    Beratung
    Mehr als die Vergangenheit interessiert mich die Zukunft, denn in ihr gedenke ich zu leben. (Albert Einstein)

"Wir steuern gerade auf ein ganz neues Ausmaß an Regulierung zu und das ist gut so."


Sina Wans

 

Person

Gesellschafterin sustainable thinking GbR

Jahrgang: 1991 | Geschäftssitz: Darmstadt

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  • 09/2018–heute Sustainable Thinking GbR, Darmstadt, Gründerin, Unternehmensberatung für Risiko- und Nachhaltigkeit
  • 09/2017–03/2020 Systeminnovation für Nachhaltige Entwicklung (s:ne), Hochschule Darmstadt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin für Kulturwandel und Aufbau einer transdisziplinären Forschungsgruppe
  • 03/2017–07/2017 Otto Group, Hamburg, Praktikantin Kulturwandel 4.0
  • 01/2016–03/2017 E-hoch-3 GbR, Darmstadt, Beratung, Werkstudentin
  • 11/2015–03/2017 Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse an der
    Hochschule Darmstadt, Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Mitwirkung bei verschiedenen transdisziplinären Forschungsprojekten
  • 10/2015–08/2018 Masterstudium an der Hochschule Darmstadt in Risk
    Assessment and Sustainability Management (M. Sc)
  • 08/2011–03/2014 Tchibo GmbH, Hamburg, Praktikum Vendor Relations & Sustainability Management
  • 03/2011–02/2015 Bachelorstudium an der Hochschule Reutlingen in International Fashion Retail, Abschluss: Bachelor of Science
 

THEMEN

Nachhaltige Lieferketten | Klimamanagement, Klimarisiken, Klimastrategie | Circular Economy | Nachhaltige Unternehmensentwicklung | Kulturwandel und Nachhaltigkeit in Organisationen | Chancen und Risiken der Zukunft

 

Einsatzgebiete

Gast bei Diskussionsrunden | Speakerin | Moderatorin | Workshop-Begleitung, etc.

 

#thinkingcircle #supplychain #circulareconomy #climate

Sina Wans – Futurewoman

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Ich bin Mitgründerin von sustainable thinking. Wir sind mehr als nur eine Nachhaltigkeitsberatung. Wir sind der Partner für Entscheider*innen mit Weitsicht. Als Risiko- und Nachhaltigkeitsexpertinnen unterstützen wir Unternehmen, die Risiken und Chancen der kommenden Jahre zu erkennen und strategisch zu nutzen. Oder kurz gesagt: Wir helfen, Unternehmen zukunftsfähig zu machen. Dabei sind unsere Kernbereiche das Klimamanagement, Lieferkettenmanagement und die Kreislaufwirtschaft. Wir sind außerdem bekannt für unsere wirkungsvollen und lösungsorientierten Kollaborationsformate – die thinking circles.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Nach meinem Bachelorabschluss in Internationalen Fashion Retail wusste ich, was es bedeutet, wenn Geschäftsmodelle nicht nachhaltig sind. Für mich war klar, dass ich etwas an den Zuständen in der Textilindustrie ändern möchte. Deshalb folgte dann mein Master in Risk Assessment and Sustainability Management. Während des Masterstudiums habe ich meine zwei Mitgründerinnen kennengelernt. Mit einem tollen Team purpose driven an der Gestaltung einer nachhaltigen Transformation der Wirtschaft mitzuwirken, diese Idee hat uns von Anfang an verbunden. Die Gründung von sustainable thinking war dann die logische Konsequenz. Heute sind wir in verschiedenen Branchen tätig. Erfahrungen in der Gestaltung von Veränderungsprozessen habe ich durch meine Zeit bei Tchibo und der Otto Group gesammelt.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Der Game Changer waren die Praktiken der Fast Fashion – take, make, waste – auf Kosten von Menschen und Umwelt. Für mich ein No-Go.

Es sind mehr Treiber als Trends. Wir steuern auf ein ganz neues Ausmaß an Regulierung und Marktveränderung zu. Auf UN; EU und nationaler Ebene werden aktuell die Weichen gestellt, für eine dekarbonisierte und kreislauffähige Wirtschaft sowie für mehr soziale Verantwortung in den globalen Lieferketten. Gleichzeitig beobachten wir, dass Konsument*innen ein immer größeres Bewusstsein für nachhaltige Unternehmen, Produkte und Services entwickeln und dementsprechend hohe und kritische Forderungen an Unternehmen stellen. Somit wird der Trend sein, proaktiv die Chancen nachhaltiger Geschäftsmodelle zu nutzen und sich als Teil der Lösung anstatt des Problems zu positionieren. Die Gewinner der Transformation sind die Unternehmen, die diese Chancen nutzen und sich dadurch einen Wettbewerbsvorteil erarbeiten.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Nachhaltigkeitsbezogene Herausforderungen sind sehr komplex, wie zum Beispiel der Aufbau zirkulärer Geschäftsmodelle oder die Entwicklung nachhaltiger Lieferkettennetze. Die größte Herausforderung sehe ich daher darin, dass Unternehmen wirklich nachhaltige Prozesse und Innovationen nur in Kooperation mit Partnern entwickeln können. Unsere Art zu wirtschaften ist jedoch stark geprägt von Konkurrenz und Wettbewerb. Für eine nachhaltige Wirtschaftsweise braucht es vertrauensvolle und verbindliche Kooperationen über die eigenen Unternehmensgrenzen hinweg. Daher haben wir die thinking circles ins Leben gerufen. In Peer-Learning und acting Gemeinschaften unterstützen sich Unternehmen gegenseitig in der Lösung ihrer Herausforderungen. Beispiele sind thinking circles für nachhaltige Lieferketten, Klimamanagement und nachhaltige Textilwirtschaft.

Wie kann Deine Arbeit, oder Deine Branche dazu beitragen die Welt nachhaltiger zu machen?

Unsere Arbeit unterstützt Menschen, ihre Unternehmen nachhaltig und somit zukunftsfähig auszurichten: zielgerichtet, schnell und in Kooperation. Nachhaltigkeit ist kein Hygienefaktor mehr, sondern ein Kompass für die eigene strategische Positionierung. Das müssen Unternehmen verstehen. Unser Beitrag ist, dass Unternehmen genau diese strategischen Chancen erkennen und entsprechend‚zukunftsfähige Produkte und Geschäftsmodelle entwickeln. So können Unternehmen einen Beitrag zur Lösung der globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel, Ressourcenknappheit oder der sozialen Ungleichheit leisten.

Was war der Auslöser für die Gründung?

Es war die perfekte Mischung aus Team und Timing. Wir haben aus dem Studium heraus gegründet, weil klar war, dass wir einen gemeinsamen Purpose haben und das Gleiche wollen. Dazu die unterschiedlichen Expertisen von uns. Also der gemeinsamer Nenner und ganz viel Interdisziplinarität und Perspektivenvielfalt im Zähler. Die Gleichung ging auf – ein top Team und geballter Frauenpower.

Was waren die größten Hürden und wie hast Du diese gemeistert?

Hürden gibt es jeden Tag, ob grüne Gründerin oder nicht. Kreativität, Ausdauer und das Team sowie Kooperationspartner*innen, helfen diese immer wieder zu lösen. Wichtig ist, eine klare Vision zu haben auf deren Erreichung man hinarbeitet. Unsere Vision ist die Dynamik zu erhöhen, für eine nachhaltige Transformation der Wirtschaft. Dafür stehen wir jeden Tag auf. Ganz speziell beim Thema Nachhaltigkeit ergibt sich natürlich die Hürde, dass das Thema oft noch nicht die notwendige Priorität erhält und viel Aufklärungs- und Überzeugungsarbeit geleistet werden muss, bevor wir mit unserer eigentlichen Arbeit beginnen können.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Es geht um eure Zukunft, um die Art und Weise wie ihr Leben werdet. Jeder kann etwas verändern. Einfach machen- am besten gemeinsam mit anderen- Familie, Freunde oder Bekannten. Einfach den Mut haben, Muster zu durchbrechen, auch mal die Komfortzone verlassen. Bestehende Systeme und die eigenen Lebensziele ab und an zu hinterfragen, kann sicher nicht schaden – also was macht wirklich zufrieden?

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Privat: Ich habe schon zwei Food-Coops gegründet. Das ist nicht schwer, spart Verpackungsmüll und unterstützt die regionale Landwirtschaft. Zudem achte ich auf Qualität – weniger kann gefühlt viel mehr sein, wenn das Gewissen stimmt. Nachhaltige Mode zu kaufen oder auch Kleiderkreisel und Co. zu nutzen ist für mich selbstverständlich. Ich habe kein Auto und genieße die Fahrten durch Deutschland mit der Bahn (wenn sie pünktlich ist 😉)

Beruflich: Alles was wir für unser Office beschaffen ist nachhaltig. Vom Strom, über Lebensmittel bis hin zu Möbeln. Wir machen Fahrten zu Partnern mit dem Zug und achten auf die Nutzung nachhaltiger Endgeräte und Services.

Was treibt Dich an?

Der Wunsch, die Welt so zu hinterlassen, dass auch nachfolgende Generationen noch Freude am Leben auf unserem Planeten haben - egal in welcher Region der Welt sie zuhause sind. Also nichts weniger als die Rettung unseres Planeten. Es gibt also reichlich zu tun.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Schlagzeile in 2050: Alle Energieversorger sind aus der Förderung und Nutzung fossiler Energien ausgestiegen. Die Weltgemeinschaft hat ihr globales 1,5 Grad Klimaziel erreicht.

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability