• Dr. Julia Metz

    Dr. Julia Metz

    Senior Advisor, Stiftung Klimaneutralität

    EnergieMobilität & TransportPolitikWirtschaft
    Klimaschutz ist das Thema unserer Generation. Die aktuelle Dynamik in Politik, Unternehmen und im Bewusstsein vieler macht mir Mut und treibt mich in meiner Arbeit an.

Dekarbonisierung der Wirtschaft bis 2045 – sie weiß, wie's geht.


Dr. Julia Metz

 

Person

Senior Advisor, Stiftung Klimaneutralität

Jahrgang: 1982 | Geschäftssitz: Berlin

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Julia arbeitet als Senior Advisor beim Think Tank Stiftung Klimaneutralität an der Entwicklung von Strategien für ein klimagerechtes Deutschland. Zuvor war sie mit Klima- und Energiepolitik beim Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) und im Deutschen Bundestag befasst, zuletzt als Referentin der Vorsitzenden der Hauptgeschäftsführung des BDEW, Kerstin Andreae. Vor ihrem Einstieg in die politische Arbeit war sie sechs Jahre lang in der Wissenschaft tätig und hat am Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung (WZB) zur Europäischen Kommission geforscht. Julia hat in Heidelberg Politikwissenschaft und Volkswirtschaftslehre studiert und an der Freien Universität Berlin zu europäischer Politik promoviert.

 

THEMEN

Klimaneutralität | Klimapolitik | Klimaschutzszenarien | Transformation | Mobilitätswende | Dekarbonisierung der Industrie | Energiewende | Wasserstoff

 

Einsatzgebiete

Panel-Teilnehmerin | Speakerin | Interviewpartnerin | Moderatorin | Beraterin

 

#klimaschutz #klimaneutralität #greentransformation #mobilitätswende #cleanmobility #cleanindustry #greenhydrogen #energiewende

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Ich arbeite als Senior Advisor bei der Stiftung Klimaneutralität, einem Think Tank, das Strategien für ein klimaneutrales Deutschland entwickelt. Auf Basis wissenschaftlicher Studien erarbeite ich Lösungsvorschläge und politische Handlungsempfehlungen für Klimaschutzmaßnahmen und berate die Politik. Meine inhaltlichen Schwerpunkte sind die Mobilitätswende, Dekarbonisierung der Industrie, Wasserstoff und das wichtige Querschnittsthema, wie wir Fehlinvestitionen in fossile Technologien vermeiden können.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Ich habe in der Wissenschaft, in der Politik und bei einem Wirtschaftsverband gearbeitet. Dadurch kenne ich viele unterschiedliche Ansätze und Sichtweisen beim Klimaschutz und habe ein großes Netzwerk über verschiedene gesellschaftliche Sphären hinweg. Das ist eine ganz gute Grundlage für die Arbeit in einem Think Tank, das sich an der Schnittstelle von Wissenschaft, Praxis und Politik bewegt.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben oder gab es den berühmten Change?

Ersteres. Als Kind kam das aus einer Faszination und Liebe zu den Tieren und der Natur heraus. Die riesigen Müllberge, die ich während meiner Kindheit in Brasilien ständig gesehen habe, haben mich wütend gemacht. Während meines Studiums der Umweltökonomie in den 2000ern ist für mich der Schwerpunkt auf den Klimaschutz in den Vordergrund gerückt. 

Trotzdem: Als die Schülerinnen und Schüler von Fridays for Future anfingen, auf die Straße zu gehen, hat mich das stark ergriffen. Weil es die Verantwortung unserer Generation nochmal in den Mittelpunkt gerückt hat und mir gezeigt hat, mich von meinen Zielen und Überzeugzungen nicht abbringen zu lassen.

Immer mehr Staaten und Wirtschaftsregionen verpflichten sich zum Ziel der Klimaneutralität. Klimaneutralität bedeutet, dass bis zu einem bestimmten Zieljahr – für Deutschland 2045 – die Treibhausgase auf netto-null sinken müssen: Es dürfen nicht mehr Treibhausgase emittiert werden als durch die Natur oder sonstige Senken aufgenommen werden können. Für Deutschland heißt das, dass wir innerhalb von 23 Jahren unseren Verbrauch von heute 80% fossilen Energien – Erdöl, Kohle und Erdgas – auf null runterfahren müssen, bzw. komplett auf erneuerbare Energien umsteigen müssen. Das bedeutet eine enorme Transformation für Wirtschaft und Gesellschaft. Aber sie ist machbar, und am Ende wird unsere Welt viel lebenswerter sein!

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Der Weg zur Klimaneutralität kann nur gelingen, wenn alle mitmachen. Politik, die Industrie, die Bürgerinnen und Bürger. Das halten wir uns bei der Erarbeitung unserer Klimaschutzkonzepte immer vor Augen: Dass die Maßnahmen, die notwendig sind, um die Klimaziele zu erreichen, auch praxistauglich und sozialverträglich sind.

Wie kann Deine Arbeit oder Deine Branche dazu beitragen, die Welt nachhaltiger zu machen?

Als Think Tank sind wir in der Klimapolitik Agenda Setter und Anbieter von regulatorischen Lösungsvorschlägen zugleich. Mit unserer Studie „Klimaneutrales Deutschland 2045“, die die Stiftung Klimaneutralität gemeinsam mit Agora Energiewende und Agora Verkehrswende erarbeitet hat, haben wir aufgezeigt, wie Deutschland innerhalb von nur 23 Jahren klimaneutral werden kann – innerhalb der üblichen Investitions- und Lebenszyklen sowie unter Wahrung von Wirtschaftlichkeit und gesellschaftlicher Akzeptanz. Wir haben gezeigt: Das geht! Und mit unserer Publikation „Politikinstrumente für ein klimaneutrales Deutschland“ haben wir Handlungsvorschläge erarbeitet, was die Bundesregierung konkret umsetzen sollte, um ihre Klimaziele zu erreichen.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Geht weiter auf die Straße, macht weiter Druck! Verliert dabei nicht den Mut und den Optimismus, denn in der Klimapolitik steckt gerade eine große Dynamik. Diese Chance gilt es zu nutzen. 

Und: Ergreift Jobs, um an Energiewende, Mobilitätswende, der Dekarbonisierung von Industrie und von Gebäuden mitzuarbeiten. Denn wir werden viele, viele Leute für die Umsetzung brauchen!

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Ich bewege mich fast nur mit dem Fahrrad. Dadurch bekomme ich die Bewegung und die frische Luft, die ich brauche, um ausgeglichen zu sein – und wozu ich zwischen Job, Kindern, etc. sonst nicht so käme. Das kann ich also wärmstens empfehlen. Ansonsten ist der Umweltschutz bei vielen meiner Entscheidungen einfach ein zentraler Abwägungsgrund.

Was treibt Dich an?

Der Erhalt unserer Lebensgrundlagen – und damit auch den unserer Kinder. Und die Verantwortung unserer Generation, jetzt zu handeln. Die aktuelle Dynamik beim Klimaschutz – national, europäisch, international, in der Politik, bei Unternehmen und im individuellen Bewusstsein – ist ein Gelegenheitsfenster, das es jetzt zu nutzen gilt. Was mir dabei auch Mut macht: Dass viele umweltschonende Gewohnheiten für meine Kinder bereits jetzt Normalität sind.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Da gibt es viele. Eine davon wäre: „Staatengemeinschaft beschließt Enddatum für das Verbrennen fossiler Energieträger und einen Pfad für den Ausbau Erneuerbarer Energien.“ Das wäre ein zentraler Schritt vom Verkünden von Klimazielen in Richtung Umsetzung.

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability