• Katharina Woermann

    Katharina Woermann

    Gründerin The Considerate Consumer

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    We decided to focus on solutions. Do so, too, join us and let’s unite for a sustainable future!

Sie sagt: Sinnvolle Lösungen zu finden und sie weiter zu geben, das ist meine Aufgabe.

Katharina Woermann
Gründerin The Considerate Consumer
JAHRGANG 1984

 
 

WAS GENAU MACHST DU BERUFLICH IM BEREICH DER NACHHALTIGKEIT?

Als externe Dozentin betreue ich schwerpunktmäßig Bachelor- und Masterarbeiten im Bereich Business- & Social-Sciences, die sich mit nachhaltigem Konsum auseinandersetzen. Zudem berate ich Unternehmen, wie sie ihre Unternehmenspraktiken nachhaltiger gestalten können.

 
 

Wie bist Du dahin gekommen, wo Du jetzt bist?

Ich habe meine ganze Energie und Freizeit in „The Considerate Consumer“ investiert. Dabei die Balance zu halten zwischen Zeit, die ich in TCC stecke und Zeit für die Familie und familiäre Pflichten war (und ist) extrem schwierig. Manchmal habe ich nachts heimlich gearbeitet, damit sich mein Mann keine Sorgen um mich macht. Meine Mutter sagt, das würde an Selbstaufgabe grenzen. Jedenfalls wäre ich niemals so weit gekommen ohne die Unterstützung und vor allem die Geduld und das Verständnis meines Mannes.

 
 

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Kommt auf die Perspektive an. Ich bin von zu Hause ausgezogen und plötzlich musste ich selber einkaufen gehen. Woher wusste ich, dass es der Kuh gut ging, die zu Hackfleisch verarbeitet wurde? Wachsen Paprika nicht in Deutschland? Im Bioladen kaufen ja ganz normale Leute ein (ich komme aus einem konservativen Haushalt und da kaufen im Bioladen nur Leute ein, die „Grün“ wählen)! Plötzlich war ich für mich selber verantwortlich und musste mir selber Fragen beantworten. Und mir einige stellen.

 
 

In der Wissenschaft sind es Themen wie Clean Meat, Vertical Farming, Innovative Fibres, Wasserstoff- und Elektroantriebe, Drohnen, usw. - da passiert richtig viel.

 
 

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Wir beantworten in TCC fragen, die sich Konsumenten stellen (oder stellen sollten). Unsere Herausforderung ist, dass wir für Europa schreiben wollen, aber die Lösungen/Alternativen zum konventionellen Konsum, nicht immer auf Europäischer Ebene beantwortet werden. Das können beispielsweise Naturkosmetikmarken sein, die hier und in, sagen wir, Österreich auf dem Markt sind, in Italien und Schweden aber noch nie jemand davon gehört hat. Wenn wir die dann als nachhaltige Alternative nennen, dann laufen uns vielleicht die italienischen und schwedischen Leser weg, weil wir nicht konkrete Produkte oder Services nennen können, die für sie erreichbar sind.

 
 

Wie kann Deine Arbeit oder Deine Branche dazu beitragen, die Welt nachhaltiger zu machen?

Wir bilden Studierende aus, zukünftige Führungskräfte. Das ist eine Chance viele junge Menschen zu erreichen, aufzuklären, weiterzubilden, aufmerksam zu machen, zu inspirieren und zu motivieren. Wir haben ganz viele Möglichkeiten, wir müssen sie nur viel effektiver nutzen und uns über unsere wichtige Rolle klar werden.

 
 
Katharina Woermann – Futurewoman
Katharina Woermann – Futurewoman
 

was war der Auslöser für die Gründung?

Ich habe täglich so viele schlimme Nachrichten gesehen, in denen es um die Misshandlung und das Leid von v.a. Nutztieren ging. Ich wollte etwas tun, ich habe mich ganz furchtbar hilflos gefühlt und diese Hilflosigkeit nicht mehr ausgehalten. Irgendwann kam es zu einem Spaziergang mit meinem Mann und da hat er die Idee in mir gepflanzt.

 
 

was waren die größten Hürden und wie hast Du diese gemeistert?

Finanzielle Hürden, die laufenden Kosten, eine Markenanmeldung, juristische Schritte. Wir meistern sie immer noch, jeden Tag. Ich kompensiere diesen Engpass momentan (zumindest teilweise) durch die Unterstützung von Freiwilligen. Es scheint, als ob ich die Leute gut von meinem Projekt, von der Idee, vom Handbuch begeistern kann. Seitdem ich nach Freiwilligen für das Projekt suche, habe ich viele hoch motivierte Leute kennengelernt, die einfach so für TCC arbeiten, ihre Zeit in TCC stecken, obwohl sie mich gar nicht kennen. Auch ehemalige Studierende sind plötzlich aus dem Nichts aufgetaucht und haben gesagt „wir sind dabei“. 

Wir sind inzwischen ein Team, das fast ausschließlich virtuell arbeitet und wir wachsen weiter. Dieses Vertrauen, das mir die Leute entgegenbringen, das ist beeindruckend. TCC lebt, weil sie mit dabei sind. Das ist ganz interessant, weil unser Motto „Sustainability starts with you!“ lautet und sie sind der Beweis dafür. Ohne mein Team würde TCC so nicht existieren und wir würden die Menschen nicht erreichen, könnten nachhaltigen Lebensstil und -konsum nicht multiplizieren.

 
 

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

„Sustainability starts with you!“ Fokussiert auf Lösungen, nicht auf die Probleme. Motiviert, inspiriert, geht mit gutem Beispiel voran, seid kreativ und schlau. „Wild und wunderbar“ (Astrid Lindgren)

 
 

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Ich versuche immer mehr Lösungen einzuarbeiten. Ich versuche für alte Gewohnheiten Alternativen zu finden. Ich halte die Augen und Ohren offen für neue Ideen und Möglichkeiten und ich lerne viel, wenn ich für TCC schreibe oder Artikel, die unser Content Team produziert, durcharbeite. Mein ganzes Leben ist noch optimierbar und wird es sicher auch immer bleiben. Aber ich glaube an die Macht der kleinen Schritte. Freunde und Bekannte sprechen mich dann darauf an und implementieren meinen Ansatz auch in ihren Alltag, passen ihn an oder finden eine ganz andere Lösung für sich. Relevant ist, dass einmal das Bewusstsein für nachhaltige Lösungen da ist, dann wird man selber irgendwann zur nächsten Idee getrieben und probiert auch die aus. Wichtig ist nur irgendwo anzufangen, offen und neugierig zu sein und daran Freude zu haben. 

 
 

Was treibt Dich an?

Es gibt ganz, ganz, ganz viele, und auch sehr unterschiedliche Dinge, die mich antreiben. Zum Beispiel tun das Menschen, die ich oder TCC überzeugen konnte ihren Lebensstil nachhaltiger zu gestalten, einen Anfang zu wagen.

 
 

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Wenn Tiere auch zu unserer Umwelt gehören, dann von einer wie dieser: „Bei Ausgrabungen stoßen Forscher auf die Überreste eines Menschen, der noch Fleisch von zuvor lebendigen Tieren gegessen hat.“

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger