• Karin Lanz

    Karin Lanz

    CEO/Founder Lanz Natur AG

    Neu in:FuturelifestyleKosmetikWirtschaft
    Wir dürfen borgen was die Natur uns gibt, aber wir müssen es unversehrt zurückgeben.

Sie zeigt mit der Marke no excuses LANUR auf, dass die Natur und der Anspruch einer modernen Gesellschaft nicht im Widerspruch stehen müssen.


Karin Lanz

 

Person

CEO/Founder Lanz Natur AG

Jahrgang: 1977 | Geschäftssitz: Kilchberg (Zürich)

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Etliche Jahre in der Medienbranche haben mich geschult, die richtigen Fragen zu stellen und direkt auf den Kern der Sache zu kommen. Eigentlich wollte ich für meine Kosmetik Marke nur vorhandenes Wissen abgreifen und ein nachhaltiges Produkt auf den Weg bringen. Je tiefer ich grub, je mehr stellte sich heraus, dass hier etwas grundsätzlich falsch läuft. Da ich keine Kompromisse machen konnte, beschritt ich ungewollt den Pfad der Innovation. Als Unternehmerin habe ich mich mit Herz und Seele der Kreislaufwirtschaft verschrieben. Dazu habe ich bereits an der Innovators Serendipidy am Impact Hub in Lausanne und für den PwC Impact Investment Day in Zürich gesprochen.

 

THEMEN

Kreislaufwirtschaft (praktische Anwendung, Start up, Cradle to Cradle) | Circular Produktdesign/sicheres Produktdesign

 

Einsatzgebiete

Taklkgast | Speakerin | Moderatorin (20 Jahre Erfahrung)

 

#ciruclareconomy #firstsafethencircular #positivefootprint

Karin Lanz – Futurewoman

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Ich suche und entwickle innovative Lösungen für eine moderne Gesellschaft. Der Brand "no excuses LANUR" steht für zukunftssichere Kosmetik. Von der Natur borgen und unversehrt zurückgeben. In unserem Pionierprojekt sind alle Produkte, inklusive der Verpackung, Cradle to Cradle Certified® Gold zertifiziert.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Dieser Brand ist das Resultat meines tiefen Wunsches zurückzukehren, zu dem was ich für richtig empfinde und dem unendlichen Vertrauen, dass dies auch möglich ist. Es war eine nicht lineare Karriere, die mich dahin gebracht hat, wo ich heute stehe. Und ganz bestimmt eine große Portion Sturheit und Unkonventionalität. Denn hätte ich geglaubt, oder nur angenommen, was die allgemeingültige Regel ist, dann hätten wir nicht beweisen können, dass es möglich ist, eine restlos kreislauffähige Kosmetiklinie herzustellen.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben oder gab es den berühmten Change?

Das was ich heute tue, war immer in mir. Es hat einfach eine Weile gedauert, meinen persönlichen Weckruf zu hören und ins Handeln zu kommen. Ich bin nicht nachhaltig, ich bin circular. Das Konzept des Leihens und nicht des Besitzens, das Konzept des Teilens nicht des Egoismus, das Konzept des Zurückgebens und nicht des Behaltens, sind meine Natur. Mit den Produkten, die wir nun auf den Markt bringen, folge ich nur meinem eigentlichen Wesen.

Naturkosmetik und „Clean Beauty“ sind ein Megatrend. In einem linearen System kann man allerdings nur versuchen, den Schaden zu verkleinern.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Wir gehen ganzheitlich neue Wege. Unsere Produkte wurden kreislauffähig designt und entsprechen einer neuen Generation von Pflegeprodukten. Die Grenzen der Branche erreichte ich am ersten Tag. So musste ich mir andere Möglichkeiten suchen. Mit viel Ausdauer und einem unglaublich bereichernden und stetig wachsendem Netzwerk, ist es gelungen einen neuen Weg zu bahnen und meinen persönlichen Traum Stück für Stück zu realisieren.

Wie kann Deine Arbeit oder Deine Branche dazu beitragen, die Welt nachhaltiger zu machen?

Wenn Produkte, egal aus welcher Branche sie kommen, von Beginn an kreislauffähig designt sind, dann wird unser Konsum irgendwann keinen Schaden mehr anrichten und der Mensch kann als Nützling auf diesem Planeten zum Leben aller beitragen.

Was war der Auslöser für die Gründung?

Bei der Flaschenaufzucht eines Lamms bekam ich, durch die regelmäßige Berührung mit dem Vlies des Tieres, die schönsten Hände, die ich je hatte. Allerdings gab es Lanolin, das Wollfett, in keiner für mich ansprechenden Form auf dem Markt. Bei der Recherche stellte sich heraus, dass es auf dem gesamten Weltmarkt keine biologisch zertifizierte Qualität zu finden gab. Das stachelte mich an, daran erst recht etwas zu ändern. Zum Glück, war bereits Naturamus auf dem Weg und heute bekomme ich diesen außerordentlichen und nachhaltigen Rohstoff aus einer komplett transparenten Lieferkette. Das war allerdings erst der Anfang eines Projektes, welches mich ungewollt auf den Pfad der Innovation führte.

Was waren die größten Hürden und wie hast Du diese gemeistert?

Die größte Hürde war es, Partner zu finden, die bereit waren den Paradigmawechsel anzunehmen und gemeinsam Know-How für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft zu schaffen, ohne vermeintliche Abkürzungen zu nehmen, indem man bestehende Elemente übernimmt. Denn sobald man Kompromisse macht, ist man wieder linear.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

First safe, then circular. Ich möchte jungen Menschen gerne das Konzept der Kreislaufwirtschaft ans Herz legen. Damit die Dinge weiter zirkulieren können müssen sie aber zuerst sicher sein. Es ist notwendig, dass Materialien nach möglichst vielen Nutzungszyklen (technischer Kreislauf) auch wieder unversehrt der Natur zurückgegeben werden können (biologischer Kreislauf).

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Ich versuche grundsätzlich wegzulassen, was es nicht zwingend braucht. Konkret habe ich z.B. keine Visitenkarten, sondern nur noch einen digitalen QR Code. Ich versuche meinen Konsum in jedem Bereich bewusst und gemäßigt zu gestalten. Wann immer ich kann, unterstütze ich nachhaltige Startups und bevorzuge deren Produkte; vor allem, wenn sie kreislauffähig sind, oder die Lieferketten transparent aufgezeigt werden.

Was treibt Dich an?

Mein Glaube. Als Mensch kann ich nicht verstehen, warum meine pure Existenz dem Planeten schadet. Ich will kein Schädling sein. Als ich mir einmal eine Mülldeponie angeschaut habe, hat es mich ganz tief getroffen. Entweder, wir sind tatsächlich eine Kreation der Schöpfung, die falsch gegangen ist, oder das System ist falsch. Ich weiß, dass Letzteres zutrifft.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

„Die EU stellt die gesetzlichen Weichen und wird bis 2050 restlos circular.“

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability