• Jenny Weidt

    Jenny Weidt

    Geschäftsführerin von filmgrün

    Mit meinen Filmen möchte ich die Macher und Macherinnen alternativer Produkte und Dienstleistungen zeigen und ihre spannenden Geschichten erzählen.

Sie macht ImagefilmE nachhaltig

Jenny Weidt – Jahrgang 1987 – Geschäftsführerin von filmgrün

Als Jenny Weidt sich selbstständig gemacht hat, wollte sie ihre beiden Leidenschaften verbinden – Videoproduktion und Nachhaltigkeit. Jetzt heißt ihr Unternehmen filmgrün und hier erklärt sie, wie Filme machen in grün geht, warum sie häufig sogar günstiger ist als andere Anbieter und welchen Auftrag sie niemals annehmen würde.

Alles geht auch in grün

Zu Beginn hat Jenny Weidt viel recherchiert. Und kam zu der Erkenntnis, dass die größten Schwierigkeiten in der Gewohnheit liegen. Vieles habe man halt schon immer so gemacht. Aber es gibt Alternativen.

Was macht sie anders?

Jenny Weidt achtet während des gesamten Produktions- und Postproduktionsprozesses auf Umweltauswirkungen und die Schonung von Ressourcen. "Ich überprüfe zum Beispiel: Ist das Essen am Set regional, ist das Geschirr aus Keramik oder Plastik, wird der Müll getrennt? Ich beziehe Ökostrom, lege mein Geld bei einer nachhaltigen Bank an, kaufe recycelte Büromaterialien, habe einen grünen Webhosting-Anbieter gewählt und bevorzuge ÖPNV auf dem Weg zu den Videodrehs."

Die Technik als größte Herausforderung

Die größte Stellschraube und gleichzeitig die größte Herausforderung sei die Technik. Kameras, Lichtequipment usw. werden derzeit noch nicht nachhaltig und fair produziert. Es gebe hier und da gute Ansätze, sagt Jenny Weidt, aber noch nichts mit Durchschlagkraft. Gleichzeitig ist die Entwicklung im Technikbereich rasant. Mit veraltetem Equipment zu arbeiten, sei keine Option. Schließlich sollen ihre Kunden nicht sagen: "Hey, der Film ist zwar nicht so doll, aber dafür ist er nachhaltig." Wenn immer es geht, leiht Jenny Weidt die aktuellste Technik aus. Eine Grundausstattung besitzt sie selbst. Es sei aber ein ewiger Balanceakt, der viel Marktbeobachtung verlange.

Filme machen ist Teamwork

Jenny Weidt sucht bei ihrer Arbeit immer auch nach Partnern, die genauso ticken wie sie. Viele haben sich aber noch nicht so konsequent nachhaltig aufgestellt. Und sie gehe selbstverständlich auch nicht her und frage den Stromanbieter und die zurückgelegten Flugstunden ab. Sie ist aber davon überzeugt, dass die Entwicklung hin zu mehr grün auch in der Filmbranche fortschreiten wird. Und dann kann sie neben anderen wichtigen Auswahlkriterien eben auch auf Nachhaltigkeit bei den Kollegen achten. 

Grüne Filme sind nicht teurer

Jenny Weidt ist grundsätzlich von dem Vorurteil genervt, dass Nachhaltigkeit immer teurer ist. Bei ihr sei das nicht der Fall, weil sie effizient denke und arbeite. Wie viel Technik und Aufwand ist für die Zielsetzung wirklich notwendig, ist die Frage, die sie während einer Produktion am häufigsten stellt. Außerdem habe sie keine festen Pakete, sondern arbeite immer individuell.

Greenwashing als No-Go

Für Unternehmen, die nur vorgeben grün zu denken, würde sie niemals einen Film drehen, sagt sie. Oft sei das natürlich nicht so leicht zu erkennen. In einem persönlichen Beratungsgespräch werden die echten Beweggründe für nachhaltiges Handeln eines Unternehmens aber immer offenbar. Und Unternehmen, die nachweislich umweltschädlich handeln, würde sie ebenfalls eine Absage erteilen.

Ins Handeln kommen

Rumsitzen und meckern sei nichts für sie, sagt Jenny Weidt. Sie mache es glücklich, Gleichgesinnte zu treffen, sich mit ihnen auszutauschen und Lösungen zu entwickeln, um die Welt jeden Tag ein Stückchen besser zu machen. Dazu möchte sie alle anderen ermutigen.

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger