• Julia Post

    Julia Post

    Initiatorin von Coffee To Go Again & Social Business Beraterin mit Open Your Window

    Mach Dich auf den Weg und Du wirst belohnt.

Sie befreit uns von den Einwegbechern

Julia Post – Jahrgang 1989 – Politikwissenschaftlerin, Initiatorin von Coffee To Go Again & Social Business Beraterin mit Open Your Window

Julia Post ist inzwischen die gefragteste Beraterin zum Thema Becherwahnsinn in Deutschland. Auf Instagram sehen die User, dass sie ständig irgendwo anders zu Gast ist, um zu erklären, wie wir den Coffee To Go mit gutem Gewissen genießen können und ganz nebenbei ordentlich Geld sparen.

Riesiger Müllberg

Jede Stunde werden in Deutschland 320.000 Coffee-To-Go-Becher verbraucht. Für deren Produktion werden – allein für den deutschen Markt – 43.000 Bäume gefällt, 1,5 Milliarden Liter Wasser und 22.000 Tonnen Rohöl verbraucht. 111.111 Tonnen CO2 werden dabei in die Atmosphäre geblasen.

Coffee to go again

Julia Post trinkt gerne Kaffee. Das Dilemma um den Becher dazu, wird ihr 2015 erstmalig in vollem Umfang bewusst. Julia Post beschließt daraufhin, etwas zu ändern. Ihre Idee: Alle Cafés in Deutschland erklären sich bereit, mitgebrachte Mehrwegbecher ihrer Kunden mit Kaffee zu füllen. Es ist der Start von Coffee To Go Again.

Woher nehmen, wenn nicht stehlen

Sie weiß, dass sie die Idee direkt groß denken muss. Aber das kostet Geld, das sie nicht hat. "Probier doch Crowdfunding!" rufen ihre Freunde ihr zu. Anfangs will Julia Post nicht so recht. Als ihr keine andere Möglichkeit bleibt, macht sie es doch. Und es funktioniert.

Mega Erfolg

Schon jetzt schmücken sich bundesweit mehrere hundert Cafés mit den Coffee-To-Go-Again-Aufklebern. Für die Kunden das Zeichen: Hier kann ich meinen Mehrwegbecher auffüllen lassen. Allein die Debatte über die Berge von Bechermüll in Gang gesetzt zu haben, sei ihr größter Erfolg, sagt Julia Post. 

Foto: Naumann Fotografie
Foto: Naumann Fotografie

Geld sparen

Nicht nur kleine Cafés füllen Mehrwegbecher auf, auch große Ketten sind inzwischen auf den Zug aufgesprungen. Sie fordern ihre Kunden regelrecht auf, den eigenen Becher mitzubringen. Wer das macht, bekommt Rabatt. Ein Anreizsystem, das die breite Masse mehr und mehr akzeptiert.

Noch nicht perfekt

Dennoch sei es für viele immer noch eine Hürde, den eigenen Becher dabei zu haben, bestätigt Julia Post. Deshalb wird in einigen Städten schon ein Pfandsystem getestet. In Laden 1 kauft man einen Kaffee, der in einen Mehrwegbecher gefüllt wird, den der Laden zur Verfügung stellt. Sobald der Becher leer ist, kann er in einer anderen teilnehmenden Filiale wieder abgegeben werden.

Nach Kaffee jetzt Wasser

Im Kopf von Julia Post entstehen immer neue Ideen. Gemeinsam mit zwei weiteren Initiatoren hat sie schon das nächste Projekt gestartet: Refill München. Wer mit einer leeren Trinkflasche unterwegs ist, kann diese kostenlos mit Leitungswasser auffüllen. Die Qualität des Kranenberger ist hervorragend. Die teilnehmenden Zapfstellen sind wieder durch einen Aufkleber gekennzeichnet oder können über eine Online-Karte gefunden werden.

Erfahrung weitergeben

Aus den eigenen Erlebnissen und Projekten ist inzwischen Julia Posts Hauptjob entstanden. Sie will anderen sinnvollen Initiativen das Werkzeug an die Hand geben, um mehr erreichen zu können und im besten Fall bestehende Strukturen verändern zu können. Mit ihrem Unternehmen Open Your Window bietet sie deshalb politische Beratung an. "Ich möchte mit meiner Arbeit Spuren hinterlassen und andere dabei unterstützen, dass ihnen das ebenfalls gelingt."

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger