• Navina Pernsteiner

    Navina Pernsteiner

    Creative Director und Mit-Gründerin bei Sono Motors

    Lasst uns die Zukunft verändern! Nachhaltige Mobilität für alle ist machbar.

Sie bringt das erste Solarauto auf die Straße

Navina Pernsteiner – Jahrgang 1988 – Creative Director und Mit-Gründerin bei Sono Motors

Schon mit 13 Jahren hielt Navina Pernsteiner in der Schule ihr erstes Referat über Klimaerwärmung. Jetzt ist sie 27 und setzt gemeinsam mit ihren Mitstreitern die deutsche Automobilindustrie unter Druck: Mit dem ersten Solarauto, das noch dazu bezahlbar ist.

Wieder mal beginnt es in einer Garage

Die Idee zum Solarauto hatten Jona Christians und Laurin Hahn bereits nach dem Abitur. Zusammen mit Navina Pernsteiner konnten die beiden ihre Vision endlich umsetzen. Ein großes Glück, dass Navina Pernsteiner irgendwann mit Laurin Hahn in derselben WG wohnt. Dort erfährt sie vom Solarauto, das die beiden Tüftler in einer Garage kreiert haben.

Die Massen begeistern

Die studierte Kommunikationsdesignerin ist begeistert von der Idee und schlägt vor: "Lasst es uns mit Crowdfunding probieren. Dann wissen wir auch sofort, ob die Menschen ein Solarauto überhaupt haben wollen."

Der Durchbruch

Ganz offensichtlich wollen die Menschen ein Elektroauto mit Solarzellen. Nach kürzester Zeit ist das Geld für den Entwurf und den Bau eines Prototypen zusammen gesammelt. Im Sommer 2017 wurde das von der Sonne getriebene Auto der Öffentlichkeit vorgestellt. Als internes Ziel setzte sich das Team bis Mitte 2018 5000 Vorbestellungen zu erreichen, die Hälfte ist bereits geschafft (Update 14. Juni 2018: Die 5000 Reservierungen sind erreicht). Der Sion wird jedenfalls sicher in Produktion gehen sodass bereits 2019 die ersten 5000 Sions auf der Straßen fahren werden.

Sion Exterior SonoMotors Frontview
Sion Exterior SonoMotors Frontview

Die eigene Ladestation immer am Himmel

Das Auto ist ein Elektroauto, das zusätzliche Energie über Solarzellen gewinnt, die auf dem Dach, an den Seiten, auf der Motorhaube und am Heck eingebaut sind. Die Reichweite beträgt nur durch die Batterie 250 km. Die Solarzellen bringen bis zu 30 km pro Tag on top. Außerdem ist das Auto mit einer Schnellladefunktion ausgestattet, in 30 Minuten sollen 80% machbar sein. Mit einem Preis von 16.000 Euro ist es tatsächlich das erste massentaugliche Elektroauto. Die Batterie wird für weniger als 4.000 Euro dazu gekauft oder gegen eine monatliche Gebühr gemietet. Und jetzt kommt's: Das Solarauto ist auch noch familientauglich. Denn es ist ein 5-Sitzer und der Kofferraum packt 500 Liter. Zum Vergleich: Ein herkömmlicher Kombi hat meist zwischen 560 und 600 Liter.

Sharing ist die Zukunft

Navina Pernsteiner sieht es als ihre Aufgabe, zukünftigen Generationen eine Lebensgrundlage zu bieten. Und dafür setzt sie sich Ziele, die gar nicht groß genug sein können. In der eigensentwickelten goSono App sind gleich drei Sharing Dienste integriert:

powerSharing – das Auto wird zur mobilen Stromtankstelle oder gleich zum mobilen Kraftwerk. Mit einem Haushaltsstecker können alle gängigen Geräte bis zu 2,6 kW betrieben werden. Das Solarauto kann aber auch andere Elektroautos oder Starkstromgeräte "betanken".

carSharing – hiermit kann der Besitzer sein Solarauto teilen. Via App kann er bestimmen, wie lange und wann genau. Interessierte Nutzer senden ihre Anfrage dann ebenfalls über die App, mit der sie das Auto auch reservieren und entsperren können.

rideSharing – die erste nachhaltige Mitfahrgelegenheit.

Die Gründer von Sono Motors
Die Gründer von Sono Motors
Navina Pernsteiner – Futurewoman
 

Werkstatt überflüssig

Zumindest Teile des Autos kann man laut Navina Pernsteiner selbst reparieren – ein ähnliches Prinzip wie beim Fairphone. Das Unternehmen legt nämlich einfach das Werkstatthandbuch offen – das gibt es noch bei keinem anderen Automobilhersteller. Dort stehen alle notwendigen Infos, Ersatzteile können auf der Website bestellt werden, Tutorials erklären, was dann zu tun ist.

Moos gegen Luftverschmutzung

Im Lüftungssystem des Solarautos wurde Moos eingesetzt. Denn den Erfindern war es nicht genug, dass das Auto selbst die Luft nicht verpestet. Auch im Auto soll man durch die Moosleiste 23 Prozent weniger Feinstaub abbekommen und die Luftqualität im Innenraum soll sich ingesamt verbessern. Einen grünen Daumen braucht man dafür übrigens nicht. Das Moos zieht sich die benötigte Feuchtigkeit aus der Luft.

"Wir sind die Erfinder von morgen"

Auf die Frage, warum sie das alles tut, hat Navina Pernsteiner eine beeindruckende Antwort. "Die bedeutendsten Erfindungen für die Menschheit sind in den vergangenen 100 Jahren entstanden. Das hat uns weit nach vorne gebracht, aber unseren Planeten teilweise extrem belastet. Jetzt gilt es, mit Innovationen den Planeten zu schützen und die Wirtschaft voranzubringen. Und ich möchte Teil davon sein."

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger