• Marisa Kohler

    Marisa Kohler

    Freiberufliche Trainerin & Coach

    Neu
    Für eine bessere Welt braucht es jeden Tag nur einen kleinen Schritt. Lasst uns heute gemeinsam losgehen.

Sie lehrt uns Minimalismus

Marisa Kohler
Freiberufliche Trainerin & Coach
myfairladies.net marisakohler.de
JAHRGANG 1991

 
 

WAS GENAU MACHST DU BERUFLICH IM BEREICH DER NACHHALTIGKEIT?

Ich schreibe auf myfairladies.net über faire Mode und einen nachhaltigen Lebensstil und habe mich als Trainerin und Coach selbstständig gemacht. Meine Schwerpunkte liegen auf Teamtrainings, Vorträgen zum Thema Zero Waste und Fair Fashion sowie Einzelcoachings rund um die Themen persönliche Entwicklung und auch Minimalismus und Nachhaltigkeit.

 
 

Wie bist Du dahin gekommen, wo Du jetzt bist?

Ich habe Ende 2016 meinen Blog myfairladies.net gestartet und dadurch eine wunderbare Eco Community kennengelernt, die jeden Tag versucht, die Welt ein bisschen besser zu machen. Da ich durch mein Pädagogik Studium und meine Coaching Ausbildung schon viel vor Gruppen gesprochen und mit Leuten gearbeitet habe, ergaben sich nach und nach immer mehr Anfragen für Vorträge, Coachings und Workshops. 2019 habe ich mich dann Dank vieler inspirierender Frauen getraut den Schritt in die Selbstständigkeit zu gehen.

 
 

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Ich dachte immer ich wäre total nachhaltig, weil ich meistens einen eigenen Einkaufsbeutel dabei hatte. An einem Abend habe ich mir dann die Dokumentation „The True Cost“ angeschaut, in der es um die wahren Kosten der Modeindustrie für Menschen und Umwelt geht. Das hat mich ziemlich schockiert und dazu geführt, dass ich keinen Fuß mehr in die klassischen Fast Fashion Läden gesetzt habe. Die Recherche zum Thema Fair Fashion und das Erstellen meiner eigenen Seite hat dann nach und nach meinen Lebensstil, im wahrsten Sinne des Wortes, nachhaltig revolutioniert.

 
 

Ich spüre momentan vor allem ein großes Interesse an der minimalistischen Lebensweise. Viele Menschen suchen glaube ich wieder nach mehr Sinn und einem einfacheren Leben.

 
 

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Vor allem Reisen werfen immer wieder ein Problem oder ein Abwägen auf. Die Zugfahrt muss oft weit im Voraus oder sehr spontan gebucht werden, damit sie halbwegs bezahlbar ist. Flugreisen sind aktuell häufig günstiger, möchte ich, vor allem innerhalb Deutschland und Europa, wegen der schlechten Ökobilanz jedoch vermeiden. Ich nutze einfach so oft es geht die öffentlichen Verkehrsmittel und buche Tickets online, um etwas Papiermüll zu vermeiden. Wenn es geht versuche ich Reisen zu verknüpfen und vor Ort auf Hotels zu setzen, die auf die Umwelt achten.

 
 

Wie kann Deine Arbeit oder Deine Branche dazu beitragen, die Welt nachhaltiger zu machen?

Ich hoffe mit meinen Vorträgen und Coachings die Menschen dazu zu inspirieren, dass jeder kleine Schritt zählt und wir nur gemeinsam etwas erreichen können. Oft ist schon viel damit getan überhaupt das Bewusstsein für ein Problem herzustellen. Viele Leute finden aber auch schnell Spaß an meinen Themen, setzen sich kleine Challenges und integrieren nachhaltiges Leben so dauerhaft in ihren Alltag.

Marisa Kohler – Futurewoman
Marisa Kohler – Futurewoman
 

was war der Auslöser für die Gründung?

Da gab es verschieden Gründe, die dabei eine Rolle gespielt haben. Zum einen bin ich sehr heimatverbunden, weshalb ein Umzug für mich nicht in Frage kam. Das hat die Auswahl schon mal recht eingeschränkt. Viele Unternehmen, die mich interessieren würden, sitzen zu weit weg. Zum anderen waren mir die Stellenbeschreibungen häufig aber auch einfach zu eng gefasst oder zu unflexibel, um die Arbeit mit meinem Engagement für Nachhaltigkeit zu vereinen. Die vielen Anfragen und die Möglichkeit, mir meine Zeit dadurch flexibler einzuteilen, haben mich schließlich überzeugt, den Schritt in die Selbstständigkeit zu wagen.

Falls Du eine grüne Gründerin bist, was waren die größten Hürden und wie hast Du diese gemeistert?

Da ich jetzt gerade erst richtig durchstarte, kann ich dazu leider noch nicht viel sagen. Ich denke aktuell wird die größte Hürde sein, genug Aufträge zu bekommen, um von der Selbstständigkeit alleine meinen Lebensunterhalt bestreiten zu können. Langfristig glaube ich wird es immer wieder Situationen geben in denen man für das einstehen muss, was man wert ist, was aber auch bedeutet ein Honorar für die eigene Arbeit zu verlangen, obwohl man versucht, die Welt zu retten.

 
 

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Just do it! Jeder kleine Schritt zählt, um die Welt zu verändern. Die Zukunft sollte uns alle interessieren, weil wir darin den Rest unseres Lebens verbringen müssen.

 
 

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Nobody is perfect und wir werden unter den gegebenen Umständen nie 100% nachhaltig leben können, außer wir verschanzen uns nackt in einer Höhle. Ich versuche einfach jeden Tag kurz darüber nachzudenken, was meine Optionen sind und was davon für mich nachhaltig und umsetzbar ist. Ich fahre viel Zug statt Auto, setz mich für den Cappuccino lieber kurz ins Café und versuche jeden Tag Müll aufzuheben, der irgendwo herumliegt, wo er nicht sein soll.

 
 

Was treibt Dich an?

Der Gedanke, dass es jetzt an uns liegt das Ruder herumzureißen und rechtzeitig etwas zu verändern, damit unser Planet für die nächsten Generationen auch noch ein toller Ort zum Leben ist. Denn es ist noch nicht zu spät, etwas zu ändern!

 
 

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Plastic is over! Alle Staaten der Welt haben sich darauf geeinigt, in Zukunft kein Einwegplastik mehr zu produzieren.

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger