• Dr. Astrid Deilmann

    Dr. Astrid Deilmann

    Geschäftsführerin Kommunikation und Fundraising bei Campact e.V.

    NGOs / Verbände etc.
    Mut ist wie Veränderung, nur früher.

Sie weiß, wie man Umweltschutz digital transportiert


Dr. Astrid Deilmann

 

Person

Geschäftsführerin Kommunikation und Fundraising bei Campact e.V.

Jahrgang: 1975 | Geschäftssitz: Berlin

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Vorher Director Digital Communication und Pressesprecherin/Leiterin Pressestelle WWF Deutschland.
 

THEMEN

Klima-, Agrar- und Konsumwende mit Schwerpunkt Kampagnen und Mobilisierung, digitale Kommunikation, Storytelling, Content Marketing für Nachhaltigkeit | Frauen in Führung

 

Einsatzgebiete

Diskussionen | Speakerin

 

#change #changenotcharity #progressivecampaigning

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Campact ist eine Bürgerbewegung, mit der über zwei Millionen Menschen für progressive Politik streiten. Konkret heißt das: wir bauen Druck auf, um Missstände öffentlich zu machen und zu beseitigen. Dabei helfen uns neben Petitionen vor allem auch Demonstrationen. Es ist ja so: Menschen fällt es wahnsinnig schwer, sich zu ändern, das gilt auch für die Entscheider*innen in Wirtschaft und Politik. Obwohl es nicht an Wissen mangelt und die Fakten zur Klimakrise und zum Artenschwund zum Teil seit Jahrzehnten auf dem Tisch liegen, fehlt es an konsequentem Handeln. Wenn wir den Protest auf die Straße bringen, bewegt sich plötzlich doch etwas – oft nur im Millimeterbereich, aber oft eben auch plötzlich sehr viel. Mein Job ist es dafür zu sorgen, dass sich immer mehr Menschen dem entschiedenen Protest für eine Klima-, Agrar- und Konsumwende anschließen – so lange, bis wir erreicht haben, was für den Erhalt des Planeten nötig ist.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Mit je einer großen Portion Mut, Wut und Demut.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Ich komme aus einer Familie, in der Respekt vor der Natur ohne große Worte gelebt wurde. Für mich war sehr früh klar, dass das auch beruflich mein Weg ist. Anfangs wollte ich noch als Umwelt- und Wissenschaftsjournalistin arbeiten, dort hat mir aber der Aktivismus gefehlt.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Wenn ich mir die Bilanz meiner Generation ansehe – ich bin Mitte der 1970er geboren – schäme ich mich. Wir haben im Ganzen so verdammt wenig bewegt. Der Hedonismus der 1990er hat viele stark geprägt. Ein bisschen so, als wäre nach dem Fall der Mauer und dem Abebben des massiven Waldsterbens plötzlich alles gut und man könnte sich aufs Feiern und Karriere machen verlegen. Erst in den letzten Jahren spüre ich eine deutliche Veränderung, vor allem bei jenen, die wie ich Kinder haben. Plötzlich sind bei denen die alten Diskussionen aus WG-Tagen wieder am Küchentisch, nur, dass es diesmal die eigenen Kinder sind, die fragen: Warum sind wir immer in den Urlaub geflogen? Wozu brauchen wir ein dickes Auto? Warum lebt ihr nicht vegan? Welche Unternehmen sind in eurem Aktiendepot? Kürzlich hat eine Freundin meines ältesten Sohnes zu mir gesagt: Im Gegensatz zu meinen Eltern hast Du es leicht, Du standest ja immer auf der richtigen Seite. Da wurde mir klar: ich habe fast gar nichts geschafft. Mir ist es nicht gelungen, schon zu Schulzeiten zehntausende Schüler*innen auf die Straße zu bringen. Daher halte ich Ratschläge an die Jungen für unangebracht, außer vielleicht: nicht nachlassen, bitte!

Was treibt Dich an?

Ich habe einen wahnsinnigen Beschützerinstinkt, wenn es um die Natur geht. Ich empfinde eine gigantische Demut und begreife nicht, wie Menschen die Natur als ein Separates denken können. Das motiviert mich, nicht nachzulassen. Never.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Da fielen mir einige ein, aber vor allem diese hier: Kohleausstieg 2021 beschlossen!

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability