• Andrea Bury

    Andrea Bury

    Founder und CEO ABURY Collection GmbH

    Corporate ResponsibilityMode & Textilien
    Mit verantwortungsvollem Unternehmertum können wir soziale und ökologische Herausforderungen lösen – und nicht schaffen.

Sie bringt Designer*innen aus der ganzen Welt zusammen und fördert damit Frauen in ihrer finanziellen Unabhängigkeit.


Andrea Bury

 

Person

Founder und CEO ABURY Collection GmbH

Jahrgang: 1970 | Geschäftssitz: Berlin

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Andrea Bury studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Hohenheim. Sie ist eine erfahrene Marketing-Expertin und engagierte Social Entrepreneur.

Andrea ging 2007 mit ihrem damaligen Mann nach Marrakesch und eröffnete einen von ihnen restaurierten Stadtpalast, das AnaYela - A Place of Inspiration, das sie heute noch führt. Hier entstand auch die Idee für Ihre erste Social Fashion Business Initiative: Die ABURY Collection. ABURY bringt junge Designer mit Mastercraftsmen- und women aus aller Welt zusammen. 50% der Profits gehen an die ABURY Foundation, hier werden Projekte zur Stärkung der finanziellen Unabhängigkeit von Frauen vor Ort initiiert. 

2021 startet sie das ABURY Positive Impact Lab - die Personen sowie Unternehmen dabei unterstützt, ihren Purpose zu definieren und umzusetzen. ABURY ist seit 2017 BCorp zertifiziert. 2013 wurde sie mit dem Victress Award für Social Entrepreneurship ausgezeichnet. Seit 2015 ist sie Teil des „Global Responsible Leader“ Netzwerks der BMW Foundation und seit 2020 ist sie BLeaderin.

 

THEMEN

Responsible Leadership | Ethics are not a USP | CSR-Strategie | Impact Business | Social Business | Mitarbeitermotivation durch Nachhaltigkeitsmanagement | Purpose | Purpose Marketing | Bcorp Zertifizierung | Interkulturelle Kommunikation und Zusammenarbeit | Fair Fashion

 

Einsatzgebiete

Speakerin | Panelist | Moderatorin | Workshop-Begleitung/Durchführung

 

#Responsibleleadership #Positiveimpact #Socialbusiness #Diversity #CSR #SDGs #Womenempowerment #Nachhaltigkeit #Purpose #Verantwortung #PurposeMarketing #Ethik

Andrea Bury – Futurewoman

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Durch die Gründung meines eigenen Social Business habe ich mich in den letzten Jahren mit vielen Bereichen der Nachhaltigkeit beschäftigt - von ökologischen Produktionsprozessen, einer transparenten Supply Chain oder Mitarbeiterintegration in die Nachhaltigkeits-Strategie. Wir re-investieren 50% des Profits über die ABURY Foundation in Projekte in den Ländern, in denen wir produzieren. Hier haben wir uns auf die Förderung von Frauen spezialisiert und die Begleitung dieser in die finanzielle Unabhängigkeit. Seit 2017 ist ABURY Bcorp zertifiziert (was Fair Trade für Kaffee, ist Bcorp für das Unternehmen). Heute gebe ich meine Erfahrungen über das ABURY Positive Impact Lab auch weiter an andere Unternehmen.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Es fällt mir schwer zu sagen, „wo ich jetzt bin“. Für mich ist und war es immer wichtig, in Bewegung zu bleiben. Es war mir immer wichtig, nicht still zu stehen, immer wieder etwas Neues zu lernen und positiv neugierig zu bleiben. So kamen immer wieder neue spannende Herausforderungen auf mich zu. Und ich freue mich schon auf die Nächste.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

In meinem Studium der Wirtschaftswissenschaften in den 90ern war Nachhaltigkeit noch kein großes Thema. Meine Karriere begann ganz klassisch mit „höher, schneller, weiter“ in dieser Zeit. 2005 hat ein Erlebnis mit einem meiner Kunden bei der Formel 1 dann wortwörtlich mein Leben verändert. Wir waren in Sao Paolo, Brasilien, und sind in einem kleinen Bus mit den Gästen zum F1 Rennen gefahren. Dazu mussten wir durch eine Favela fahren. Die Menschen klopften an die Scheiben. Bettelten um Essen. Und 15 Minuten später liessen die Gäste die erste Magnum Champagner-Flasche im VIP Bereich knallen. Von diesem Moment an habe ich mich intensiv mit dem Thema soziale Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit beschäftigt - alles weitere hat sich dann daraus ergeben.

In der Modeindustrie ist gerade (April 2021) das Lieferkettengesetz und die transparente Lieferkette in aller Munde. Ein allgemein sehr wichtiges Thema ist die Circular Economy / Fashion. Allein in Deutschland werden jedes Jahr 1,1 Mio. Tonnen Kleidung weggeworfen. Hieraus ergeben sich zahlreiche Fragestellungen und Herausforderungen, die noch nach Lösungen suchen. Und natürlich ist auch die Digitalisierung, durch Corona noch verstärkt, ein zentrales Thema - von der Herstellung von Materialien, der Produktion über den Vertrieb.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Für mich persönlich stellt Plastik eine der größten Herausforderungen dar. Vor einigen Jahren habe ich ein Jahr ohne „disposable“ Plastik verbracht. Das war wirklich sehr lehrreich, aber auch wahnsinnig anstrengend. Ohne meinen Freund, der es liebt, selbst Tofu zu machen oder jeden Tag Säfte zu pressen, hätte ich nicht durchgehalten. Ich finde es immer wieder erschreckend, wie viele Produkte in Plastik verpackt sind. Ich versuche immer mehr auf Märkten einzukaufen, Alternativen zu wählen.

Wie kann Deine Arbeit, oder Deine Branche dazu beitragen die Welt nachhaltiger zu machen?

Wir bei ABURY sind gerne „Anstupser“. Für uns ist es wichtig, Menschen und anderen Unternehmen Mut zu machen, sich auf den nachhaltigen Weg zu begeben. Wir brauchen eine Veränderung der Einstellung in der Gesellschaft zum Thema Nachhaltigkeit. Indem wir zeigen und als Unternehmer*innen vormachen, dass es Spaß macht und nicht (nur) mit Entbehrung zu tun hat, können wir viele neugierig machen und überzeugen, sich auf den Weg zu begeben.

Was war der Auslöser für die Gründung?

Im Jahr 2000, als ich Calliope - Inspiring Brand Communication gegründet habe, stand für mich vor allem das Thema „Selbstbestimmtheit“ im Mittelpunkt. Es war wichtig für mich, mich und meine Ideen auszuprobieren und Erfahrungen zu sammeln in verschiedenen Gebieten. Ich hatte das Gefühl, das kann mir so kein Arbeitgeber bieten. Für die Gründung von ABURY 2011 gab es auch einen klaren, sehr simplen Auslöser: Nach zwei Jahren Leben und Arbeiten in Marrakesch und beobachten und erleben der Menschen, der Kultur, der Produkte, fand ich es einfach „unfair“, dass die Fähigkeiten der Menschen nicht angemessen (auch monetär) wertgeschätzt wurden. Ich wollte die Welt ein kleines bisschen fairer machen.

Was waren die größten Hürden und wie hast Du diese gemeistert?

Für mich war (und ist) die größte Hürde die Skalierung. Ich habe ABURY bis auf eine kleine Friends und Family Runde selbst finanziert, ein tolles Team auf die Beine gestellt, erste Umsätze erwirtschaftet, eine Marke aufgebaut, aber es trotzdem nicht geschafft, dann in einer zweiten Runde VCs zu überzeugen, um wirklich schnell und „nachhaltig“ zu wachsen. Vor 5 Jahren gab es dafür noch kein Kapital - ich glaube, das hat sich heute schon etwas geändert. Wir haben uns damals entschieden, dann eben langsam und organisch zu wachsen, was auch seine Vorteile hat.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Nachhaltigkeit beginnt beim Lächeln für die Kassierer*in an der Supermarktkasse. Bei dem Kaugummi, den man nicht auf die Straße spuckt. Nachhaltigkeit ist eine Haltung, Wert und Bewusstsein, die einem in seinem gesamten Leben begleitet.

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Ich schreibe Tagebuch - Selbstreflexion hilft auf jeden Fall beim nachhaltigen Leben :). Außerdem esse ich seit 30 Jahren kein Fleisch mehr, fahre öffentlich und mit dem Fahrrad, versuche mich mit festem Shampoo, wohne in einer WG, backe Brot (das ist das Tollste, weil die ganze Wohnung dann so lecker riecht :) …

Was treibt Dich an?

Neugier und damit verbunden ständiges Lernen und interkulturelle Begegnungen.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

„Der Earth Overshoot Day ist erstmals am 31.12. - wir verbrauchen nur noch so viel, wie die Erde zur Verfügung stellen kann.“

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability