• Miriam Wälti

    Miriam Wälti

    Co-Lead Corporate Responsibility/Sustainability bei der PostFinance AG

    Corporate ResponsibilityFinanzenWirtschaft
    Lasst uns Nachhaltigkeit als Chance für ganz neue Geschäftsopportunitäten nutzen und damit Teil der Lösung von globalen Herausforderungen werden.

"Der Druck auf die Finanzbranche in Sachen Nachhaltigkeit wächst gerade enorm. Und das ist gut so."


Miriam Wälti

 

Person

Co-Lead Corporate Responsibility/Sustainability bei der PostFinance AG

Jahrgang: 1983 | Geschäftssitz: Bern, Schweiz

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Nach meinem Studium in Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing an der Universität in Bern habe ich ein Trainee im Konsumgüterbereich bei der Wander AG absolviert und mehrere Jahre als Brand Manager die Marke Ovomaltine verantwortet. Seit 2016 arbeite ich bei der PostFinance AG. Zuerst im Bereich Employer Branding, anschliessend im Innovationsmanagement. Im Juli 2020 habe ich die Corporate Responsibility Strategie für PostFinance erarbeitet und danach den neu geschaffenen Bereich im Co-Lead aufgebaut und operationalisiert. In dieser Funktion verantworten wir die Corporate Responsibility Strategie sowie dessen Zielerreichung und treiben die nachhaltige Transformation bei PostFinance stetig voran. In dieser Funktion schätze ich die ganzheitliche Verantwortung und den Gestaltungsspielraum, sei auf strategisch-analytischer oder auf operativer Ebene sowie den Einblick in bereichsübergreifende Themen innerhalb des ganzen Unternehmens. Themen im Aufbau treiben mich an - so auch Diversity und Nachhaltigkeit als Top-Themen des neuen Jahrhunderts. Ich bin überzeugt, dass wir mit Innovationskraft den globalen Herausforderungen unserer Zeit begegnen können und setze mich für diesen Mindshift hin zu Nachhaltigkeit mit Positive Impact als Bussiness Chance mit viel Leidenschaft ein.

 

THEMEN

Corporate Responsibility | Sustainable Innovation | Positive Impact | Sustainable Transformation | New Work Modelle | Finance for Woman | Mitarbeiterengagement | Community

 

Einsatzgebiete

Speakerin | Dozentin | Impact Workshop | Beraterin

 

#positiveimpact #sustainableinnovation #womanempowerment #topsharing #diversitymatters #timeisnow #mehrChancenmehrSinn

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Ich verantworte im Co-Lead den Bereich Corporate Responsibility der PostFinance AG, einer der größten Schweizer Banken. Dabei gestalte ich schrittweise die nachhaltige Transformation des Instituts mit einer chancenorientierten Sichtweise.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Indem ich mein Interesse und meine Leidenschaft fürs Thema kontinuierlich kommuniziert und das Momentum trotz Unsicherheiten mit Mut genutzt habe. Ich habe die Hand gehoben und mich der Challenge gestellt. Schon in meiner Marketingzeit habe ich mich dem Thema Purpose in seiner ganzen Breite aus Interesse gewidmet und mit den Jahren wurde das Thema Sinnstiftung und nachhaltiges Wirtschaften für mich immer wichtiger. Ich denke die Kombination zwischen dem Interesse am Thema, eine Weiterbildung im Bereich Corporate Social Responsibility, dem internen und externen Netzwerk, der mehr oder weniger bewussten Ausrichtung der jeweiligen Jobstationen sowie hauptsächlich der Mindset und das aktive Engagement führten dazu, dass ich die Chance bekommen aber auch gepackt habe, die Corporate Responsiblity Strategie und den Aufbau des Bereichs zu leiten.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben oder gab es den berühmten Change?

Ich bin auf dem Lande in einem Familienbetrieb, sogenannter Baumschule, aufgewachsen. Den Umgang mit natürlichen und knappen Ressourcen wurde mir somit in die Wiege gelegt. Der berühmte Change ergab sich bei mir in zwei Etappen. Einerseits wurde ich plötzlich skeptisch gegenüber dem herrschenden wirtschaftlichen Modell, das nach stetigem Wachstum strebt, meist durch kurzfristige Gewinnoptimierung, ohne langfristige nachhaltige Ausrichtung. Ich fragte mich stets, ob eine Win-Win-Situation, in der die nachhaltige Entwicklung und das Business profitieren, nicht auch möglich ist. Der zweite Change kam mit der Gründung einer eigenen Familie. Die Gedanken rund um die Verantwortung gegenüber unserer nächsten Generation hat damit noch ein nächstes Level erreicht.

Das Thema Nachhaltigkeit ist in der Finanzbranche angekommen. Das enorme Potenzial, die Chancen aber auch die Verantwortung, die Banken mit ihren Finanzflüssen tragen, ist und wird noch stärker allen bewusst. Der Druck nimmt damit von allen Seiten zu: seitens Öffentlichkeit, Staat, Branche, Mitarbeitende aber auch von Seiten Kund*innen. Noch ist die Branche stark beschäftigt mit Grundlagearbeiten in Bezug auf Standards, Transparenz und entsprechende Berichterstattungen jedoch ist in diesem Bereich eine große Dynamik zu erwarten und der Druck der verschiedenen Stakeholder wird entsprechend die Geschwindigkeit prägen.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Das Thema Nachhaltigkeit wurde in seiner Relevanz akzeptiert und strategisch verankert. Es wird somit vereinzelt strategisch mit dem Kernbusiness verknüpft. Die Kerntätigkeit des Unternehmens ist jedoch auf Gewinnmaximierung ausgerichtet und das Thema Nachhaltigkeit ist noch nicht im Kerngeschäft integriert. Etablierte Prozesse und andere Anreizsysteme verhindern den nächsten sogenannten transformativen Schritt. Ich denke sowohl politische und regulatorische Rahmenbedingungen aber auch neuartige Geschäftsmodelle im Markt, werden den nötigen Druck und damit erstrebenswerte Schritte einleiten.

Wie kann Deine Arbeit oder Deine Branche dazu beitragen, die Welt nachhaltiger zu machen?

Durch die Steuerung von Finanzflüssen in nachhaltige Aktivitäten haben die Banken großes Potenzial, Märkte zu verändern und Wirtschaftssysteme nachhaltig mitzugestalten. Durch Beratung und Lenkung der Finanzflüsse in konsequent nachhaltigere Anlagen resp. Unternehmen oder Investitionen ist die Wirkung enorm.

Was war der Auslöser für die Gründung?

Ich bin in einer Unternehmensfamilie aufgewachsen und aufgrund der Tätigkeit meines Partners wächst nun meine eigene Familie auch wieder entsprechend so auf. Das Unternehmertum ist damit allgegenwärtig und auch ich werde mich mittelfristig dem Thema wieder verstärkter widmen wollen. Gründe sind die komplette Eigenverantwortung, die ich gerne spüre und trage für ein Thema mit Leidenschaft sowie ein Umfeld, in dem die volle Flexibilität und Geschwindigkeit des Aufbaus gefordert sind.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Seid Fahnenträger*innen für ein Thema, das ihr mit Überzeugung und Leidenschaft vertretet, auch wenn vielleicht noch viele Unsicherheiten bestehen, noch viel Überzeugungsarbeit vor euch stehen oder der Zeitpunkt ggf. für euch als nicht ideal erscheint. Seid Vorreiter*innen im Mindshift von net zero to positive impact. Wenn wir Nachhaltigkeit nicht nur als Risikominimierung, sondern auch als Businesschance vertreten, dann wird das Thema noch relevanter und mit Chancen verknüpft.

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Nebst dem nachhaltigen Alltag, wie vegetarischem und regionalem Essen sowie second-hand- Konsum oder Ausleihe, versuchen wir uns bzgl. Mobilität stets zu optimieren und zu challengen. Brauchen wir wirklich ein Auto? Braucht es wirklich diesen Wochenendausflug? Wir versuchen testweise in diesen Themen jeweils immer wieder neue Modelle und Herangehensweise aus und tauschen uns gerne im Freundeskreis dazu aus. Im CR Team bei PostFinance haben wir die Challenger-Monate eingeführt, in dem wir uns jeden Monat einer neuen Herausforderung stellen, bspw. von Verzichtsmonat bis zu Tests von neuen nachhaltigen Produkten.

Was treibt Dich an?

Neue Themen auf einer grünen Wiese angehen, andere Leute davon begeistern und sie mitzureißen gemeinsam Ideen und Lösungen mitzugestalten. Wenn ich mit Leuten mit Hands-On und Anpack-Mentalität im Team arbeiten darf und es uns gelingt die Wirkung erlebbar und spürbar zu machen, dann bin ich happy. Den gemeinsamen Erfolg entsprechend zu feiern motiviert für die bereits nächste Opportunität.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

„Der Schweizer Finanzplatz ist führender Standort für nachhaltige Finanzdienstleistungen – nebst der Net-Zero-Verpflichtung setzten die Schweizer Banken vor allem erfolgreich auf innovative digitale Technologien im Bereich Green Fintech“

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability