• Ingeborg Trampe

    Ingeborg Trampe

    Inhaberin trampe communication

    Kommunikation
    Immer neugierig bleiben und nie den Humor verlieren.

Nachhaltigkeit gehört zu den relevantesten Themen unserer Zeit - deshalb hilft sie Unternehmen bei der richtigen Kommunikation


Ingeborg Trampe

 

Person

Inhaberin trampe communication

Geschäftssitz: Hamburg

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Die ehemalige Journalistin ist seit über 20 Jahren in der Kommunikationsbranche tätig. Sie war in führenden Positionen etwa in der Chefredaktion der Fachzeitung HORIZONT, Geschäftsführerin der Network-Agentur Y&R sowie Marketing- und Kommunikationschefin von BBDO Deutschland. Vor zehn Jahren gründete sie ihre eigene PR-Beratung trampe communication, um maßgeschneiderte Konzepte jenseits von Push-PR-Massenware für Kunden aus Industrie, Medien und Agenturen zu entwickeln und umzusetzen. Sie ist bekannt für ihre Out-of-the-box-Denke, hat namhafte PR-Preise gewonnen und ist darüber hinaus zertifizierter Business Coach. Neben ihrer Beratungstätigkeit schreibt sie darüber hinaus feministische Erotikbücher.

 

THEMEN

Wie kommuniziert man glaubhaft Nachhaltigkeit? | Mut zur Veränderung: Warum man auch in der Lebensmitte noch viel verändern kann (indem man z.B. anfängt Bücher zu schreiben)

 

Einsatzgebiete

Gast in Diskussionsrunden | Workshop-Begleitung | Moderation | Speakerin

 

#Kommunikation #Unternehmen #Lebensmittel

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Ich berate und helfe Unternehmen dabei, wie sie ihre nachhaltigen Produkt- und Service-Angebote in der Öffentlichkeit durch fundiertes Agendasetting platzieren können.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Ursprünglich habe ich als Journalistin gearbeitet und bin durch einen Seitenwechsel dann zur Unternehmenskommunikation gekommen. Vor gut zehn Jahren habe ich mich mit einer PR-Beratung selbstständig gemacht und arbeite seitdem für viele mittelständische Firmen. In den letzten Jahren zunehmend unter dem Aspekt der Nachhaltigkeit etwa durch meine Arbeit für die Biomarke followfood.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Es war ein schleichender Prozess. Ich habe sehr viel für Werbung & Marketing gearbeitet und hatte aber im Laufe der Zeit immer größere Zweifel an einem System, das oft sinnloses Kaufen befeuert. Ich habe schon in Zeiten, in denen es noch unüblich war, auf einen Dienstwagen verzichtet, bin Economy geflogen oder Bahn gefahren. Damals zu dem Preis, dass ich als Führungsperson nicht ganz so ernst genommen wurde. Als ich mich selbstständig gemacht habe, habe ich bewusst Downsizing betrieben. Ich bin in eine kleinere Wohnung gezogen, mache überwiegend in Deutschland Urlaub, fliege nur noch selten, wenn es anders nicht geht aufgrund von Terminen oder Entfernung und habe vor zwei Jahren ein Jahr Kleiderfasten gemacht. Und setzt mich darüber hinaus sehr bewusst damit auseinander, was ich esse. Fleisch etwa nur noch in Ausnahmefällen und dann auch strikt Bio.

Im Moment gibt es viele Unternehmen, die unter dem Siegel Nachhaltigkeit segeln, weil sie festgestellt haben, dass es bei den Konsument*innen gut ankommt. Ein großes Problem ist dabei nach wie vor, dass zu viel Greenwashing betrieben wird. Und dann bei einigen Käufer*innen hängen bleibt, dass eh alles geschwindelt ist. Das ist bitter für jene Unternehmen, die es wirklich ernst meinen und immer wieder mit Initiativen voranschreiten. Generell beobachte ich einen Trend zu mehr Transparenz und Offenlegung sowohl was Produktzutaten angeht, als auch Lieferketten, Produktionsbedingungen und generell, welche Haltung ein Unternehmen vertritt. Das muss alles in sich schlüssig und belegbar sein. Es ist gut, dass Konsument*innen genau hingucken. Interessant ist, dass in der Corona-Zeit viele Biomarken im Lebensmittelbereich gewachsen sind. Früher dachte man immer, in der Krise werden Billiglebensmittel gekauft. Doch offensichtlich hat sich diese Einstellung Gott sei Dank geändert.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Es ist immer noch eine Herausforderung, klarzumachen, was ist wirklich nachhaltig und was nicht? Welches Siegel ist seriös, welches nicht? Was ist Innovation und was nur Werbesprech? Und in der Medienberichterstattung gibt es immer noch einen großen Fokus auf klassische Unternehmensberichterstattung und Dax-Konzerne. Dabei spielen Familienunternehmen und der Mittelstand so eine große Rolle gerade auch bei Nachhaltigkeitsthemen.

Wie kann Deine Arbeit, oder Deine Branche dazu beitragen die Welt nachhaltiger zu machen?

Ich glaube sehr stark daran, dass man Dinge vorleben muss, um glaubhaft zu sein. So würde ich nie für ein Unternehmen arbeiten, das Nachhaltigkeit als Marketinginstrument sieht, aber keine entsprechenden Werte lebt. Und als Privatperson versuche ich auch, mich stets weiterzuentwickeln, kontinuierlich darüber nachzudenken, wo ich im Sinne der Umwelt noch Dinge verändern kann. Das ist ein Prozess und hört nie auf.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Es ist nicht nur eines der spannendsten Themen unserer Zeit, sondern auch der relevantesten. Und die Nachhaltigkeitsbranche wächst und damit die Chance, durch sinnhafte Jobs einen echten Unterschied zu machen. Stände ich heute nochmal am Anfang meiner Berufslaufbahn, ich würde mich auf Nachhaltigkeit spezialisieren.

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Ein paar Dinge habe ich ja oben schon genannt. Aber in Sachen Mode hat sich durch das Kleiderfastenjahr nochmal viel geändert. Ich kaufe viel weniger und keine Fastfashion mehr, sondern nachhaltig produzierte Kleidung, von kleinen Labels und auch sehr gerne Second Hand. Und für jedes Kleidungsstück, das kommt, gebe ich eines weg. Auch in anderen Bereichen kaufe ich weniger und überlege sehr genau, was ich wirklich brauche oder ersetzen muss. Ich konsumiere lieber schöne Momente als Sachen.

Was treibt Dich an?

Meine Angst vor Langeweile. Ich bin nicht gut in Routine, sondern will mich immer weiterentwickeln und Neues entdecken. Und es freut mich, dass ich mit einem Know-how inzwischen dazu beitragen kann, sinnvolle Themen zu kommunizieren.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

„Deutschlands Unternehmen stellen auf Gemeinwohlökonomie um“

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability