• Dr. Katharina Reuter

    Dr. Katharina Reuter

    Geschäftsführerin von UnternehmensGrün

    Mit dem Blick in die Zukunft gerichtet, frage ich mich jeden Tag: Welche politischen Rahmenbedingungen brauchen wir, damit nur noch ökologisch und sozial nachhaltige Geschäftsmodelle unterstützt werden?

Sie macht Deutschlands Wirtschaft grün

Dr. Katharina Reuter – Jahrgang 1976 – Geschäftsführerin von UnternehmensGrün

Dr. Katharina Reuter brennt. Wer ihr begegnet, merkt sofort: Diese Frau lebt und liebt, was sie tut mit jeder Faser. Sie ist Geschäftsführerin von UnternehmensGrün. Das ist der Bundesverband der grünen Wirtschaft und den gibt es schon seit 25 Jahren. Dr. Katharina Reuter ist überzeugt: Schon bald wird sich nicht-nachhaltiges Wirtschaften nicht mehr rechnen.

Stringenter Lebenslauf

Der grüne Faden zieht sich schon durch ihr ganzes Leben. Schon als Jugendliche habe sie ihre Eltern mit Grünkernbratlingen gequält, sie aufgefordert ihr Auto abzuschaffen und Milch in Bioqualität und Glasflaschen verlangt. Auch beruflich ging es ihr in allen bisherigen Positionen um die Ökologisierung der Wirtschaft. Jetzt, mit UnternehmensGrün, will sie nicht weniger als die deutsche Wirtschaft zukunftsfähig machen.

Konkrete Forderungen

Dazu brauche es Gesetze, Ordnungsrecht und den Mut in der Politik, endlich für die Leitplanken zu sorgen, die einen fairen Markt garantieren. "Derzeit gehen die nachhaltigen Unternehmen voran – mit der Folge, dass sie ihre Produkte absurderweise oft zu teureren Preisen verkaufen müssen als die Unternehmen, die sich nicht um Mensch und Umwelt scheren. CO2 muss endlich seinen wahren Preis bekommen. Chemisch-synthetische Dünge- und Pflanzenschutzmittel müssen mit so hohen Steuern belegt werden, dass die ökologischen Folgeschäden eingepreist sind. Der einfachste Schritt heute wäre, die klimaschädlichen Subventionen für bspw. Diesel, Kerosin und Dienstwagen abzuschaffen."

Gemeinsam mehr verändern, Mitgliederversammlung UnternehmensGrün. Foto: Lars Hübner
Gemeinsam mehr verändern, Mitgliederversammlung UnternehmensGrün. Foto: Lars Hübner

UNTERNEHMENSGRÜN – EIN NETZWERK MIT MEHRWERT

Wer Mitglied werden will bei UnternehmensGrün muss die Vereinssatzung und grundlegende Positionen anerkennen, natürlich gibt es auch Ausschlusskriterien - hier auch noch mal nachzulesen.  Es geht vor allem darum, Teil einer großen Bewegung zu sein, die die politischen Leitplanken hin zu mehr Nachhaltigkeit verändern will. Hinzu kommen regionale Mitgliedstreffen, Seminare und Konferenzen, die den Austausch fördern und sinnvolle Synergien ermöglichen.

FRAUENPOWER BEI UNTERNEHMENSGRÜN

In der Geschäftsstelle ist die Frauenquote kein Thema. "Eher bräuchten wir eine Männerquote", sagt Dr. Katharina Reuter scherzhaft. Im Vorstand ist das etwas Anderes. Der Vorstand setzt sich heute aus 5 Männern und 6 Frauen zusammen. Das war aber durchaus harte Überzeugungsarbeit, weil Frauen für ein Amt nicht so schnell kandidieren, sagt Dr. Katharina Reuter. Ihr Anliegen sei es daher auch die vielen FUTUREWOMEN im Land sichtbar zu machen, weil sie immer noch viel zu wenig Beachtung bekämen. 

Diskussion auf der Next Organic zur Zukunft der Bio-Branche, vlnr Hendrik Haase, Katharina Reuter, Georg Kaiser, Renate Künast, Johannes Erz, Vivian Böllersen. Foto: UnternehmensGrün
Diskussion auf der Next Organic zur Zukunft der Bio-Branche, vlnr Hendrik Haase, Katharina Reuter, Georg Kaiser, Renate Künast, Johannes Erz, Vivian Böllersen.
Foto: UnternehmensGrün
Austausch mit Vertretern der EU-Kommission (Konferenz Rotterdam, 25.01.2016). Foto: RVO Netherlands
Austausch mit Vertretern der EU-Kommission (Konferenz Rotterdam, 25.01.2016). Foto: RVO Netherlands
 

TRAUT EUCH FRAUEN!

Deshalb möchte sie andere Frauen auch ermutigen, öfter "Ja" zu sagen zu Führungspositionen. "Frauen haben so viele Bedenken: Bin ich gut genug? Kann ich 100% der Anforderungen bewältigen? Was ist, wenn ich nicht auf jede Detailfrage eine Antwort weiß? Diese Fragen stellen sich Männer, wenn es beispielsweise um die Kandidatur für einen Vorstand geht, viel seltener."

WARUM AUSGERECHNET DIE WIRTSCHAFT?

Dr. Katharina Reuter hat sich die Wirtschaft ausgesucht, weil sie hier wirklich etwas bewirken kann. Denn die Wirtschaft sei ein unheimlich großer Hebel für Veränderung. Wenn grüne Unternehmen wachsen und dafür die "böse" Wirtschaft schrumpfe, sei das gut so. Und dafür wird sie weiter kämpfen.

Portraitfoto: Caro Hoene

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger