• Esin Rager

    Esin Rager

    Gründerin und Geschäftsführerin der Teemarke samova

    Wir müssen unsere eigene Lebensweise immer wieder in Frage stellen und dem Gleichgewicht der Natur anpassen.

Sie hat den ersten kompostierbaren Teebeutel entwickelt

Esin Rager – Jahrgang 1968 – Gründerin und Geschäftsführerin der Teemarke samova

Seit 2002 arbeitet Esin Rager mit großer Leidenschaft daran, die moderne Teekultur voranzutreiben. Das ist ihr mehr als gut gelungen. Ihre Produkte, die sie unter dem Label Samova vertreibt, finden sich an vielen Hotspots in Deutschland und sogar weltweit. Für Esin Rager aber überhaupt kein Grund, einen Gang runterzuschalten. Sie sucht ständig neue Herausforderungen – immer mit dem Ziel, die Dinge positiv zu verändern.

Die Anfänge

Früher hat Esin Rager als Journalistin gearbeitet. Aber mit dem ersten Kind kommt das Bedürfnis, etwas zu ändern. Sie beginnt, mit Tee zu experimentieren. Zu Hause am Wohnzimmertisch testet sie neue Kreationen und macht anschließend einen ungewöhnlichen Markttest. Aus ihrem Büro heraus verkauft sie ihre Tees an Passanten und erkennt: Das schmeckt denen. Samova ist geboren. "Die größte Herausforderung bestand darin auf einmal Kauffrau zu sein, Handel zu betreiben und mich dabei nicht komplett über den Tisch ziehen zu lassen. Ich habe auf dem Weg viel Lehrgeld gezahlt – und gleichzeitig in 15 Jahren am Markt gemeinsam mit meinem Team das schaffen können, was uns ausmacht: kompromisslos nachhaltige und kreative Bio-Produkte."

Der erste kompostierbare Teebeutel

Esin Rager freut sich über ihre bisherigen Erfolge. Aber sie weiß, dass es immer wieder neue Stellschrauben gibt, um es noch besser zu machen. Mit dem ersten kompostierbaren Teebeutel hat sie gerade ein Statement gegen den Verpackungsmüll gesetzt. Der Beutel selbst und auch die dazugehörige Verpackung bestehen aus dem gartenkompostierbaren Material NatureFlex. Das ist aus nachhaltig produzierter Holzfaser hergestellt und kann in durchschnittlich 6 Wochen auf dem Komposthaufen abgebaut werden.

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Kompost ja, Bio-Tonne bislang nein

"In Deutschland warten wir noch auf die formal rechtliche Bestätigung. Laut der Europäischen Norm EN 13432 müssen sich über 90% der Folie innerhalb von 60 Tagen abgebaut haben, damit diese für den Biomüll zugelassen ist. Die durchschnittliche Rottezeit der NatureFlex-Folien beträgt nur 42 Tage. Es wäre also kein Problem, die Genehmigung auch bei uns auszustellen."

Auf den Punkt gebracht

Auf die Frage, warum sie in solche Entwicklungen Zeit und Geld investiert, ist Esin Ragers Antwort so simpel wie beeindruckend: "Was bedeutet Geld in einer Gesellschaft, die im eigenen Müll versinkt? Geld kann die Welt nur regieren, wenn wir uns davon abhängig machen."

Das nächste Ziel schon vor Augen

Durch die fortschreitende Umweltzerstörung werde es immer schwieriger konsequent saubere Bio-Produkte zu erschwinglichen Preisen anzubieten, erklärt Esin Rager. Die gesamte Branche müsse sich engagieren und die ökologische Landwirtschaft weltweit stärken und ausbauen. Es wäre nicht verwunderlich, wenn sie auch auf dem Weg zum diesem Ziel eine Führungsrolle übernimmt. 

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger