• Magdalena Muttenthaler

    Magdalena Muttenthaler

    Gründerin und CEO von FREE MINDED FOLKS

    Neu
    Let’s change the world through entrepreneurship.

„Die Welt ist inzwischen voller nachhaltiger Lösungen“, sagt Magdalena Muttenthaler

Magdalena Muttenthaler
Gründerin und CEO von FREE MINDED FOLKS
JAHRGANG 1991

 
 

WAS GENAU MACHST DU BERUFLICH IM BEREICH DER NACHHALTIGKEIT?

Ich bin Gründerin und CEO von FREE MINDED FOLKS. Gemeinsam mit meinem kleinen Team führe ich drei Start-ups: Ein nachhaltiges Online Magazin, einen nachhaltigen Online Shop und eine Agentur für nachhaltiges Marketing.

Neben meiner eigenen Unternehmerinnentätigkeit, bin ich Speakerin, Dozentin und leite als Direktorin das Founder Institute in München.

 
 

Wie bist Du da hingekommen, wo Du jetzt bist?

Das war ein langer Weg. Ich bin eigentlich Juristin, bin aber gleich zu Beginn meiner beruflichen Laufbahn ziemlich schnell in den nachhaltigen Start-up Bereich abgebogen.

 
 

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Einen richtigen Change-Moment gab es nicht. Ich habe immer schon sehr viel hinterfragt und mich nicht mit der berühmten "Das machen wir so, weil wir das schon immer so gemacht haben"-Floskel abspeisen lassen. So kam ich auch zum Thema Nachhaltigkeit: Ich habe mich gefragt, warum ich bestimmte Dinge so mache und ob es nicht bessere Alternativen dafür gibt.

 
 

Im Magazin merken wir ganz eindeutig: Die Lesernachfrage wächst und auch auf dem Markt tut sich einiges; Haben wir vor einigen Jahren noch gekämpft zur wöchentlichen Redaktionssitzung ausreichend nachhaltige Themen für die nächste Woche zu finden, haben wir nun keinerlei Probleme mehr nachhaltige Lösungen zu finden, die wir unseren Lesern vorstellen können. Auch im Shop und in der Agentur können wir Aufwärtstrends verzeichnen. Das Bewusstsein für nachhaltige Lösungen steigt.

 
 

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Wir stoßen regelmäßig an Grenzen, wenn es für einen Teilbereich noch keine hinreichend guten nachhaltigen Lösungen gibt (z. B.: im Verpackungsbereich) oder wenn "Nachhaltigkeit" lediglich aus Marketinggründen Teil der Unternehmensphilosophie ist. Ersteres Problem lösen wir meist im Selbstversuch (hier heißt es testen, bis man eine zufriedenstellende Lösung gefunden hat), bei letzterem hilft uns Geduld und eine gute Recherchearbeit.

 
 

Wie kann Deine Arbeit oder Deine Branche dazu beitragen, die Welt nachhaltiger zu machen?

Das Online Magazin regt zum nachhaltigen Handeln an, der Online-Shop macht es möglich auch Interior und Home-Goods nachhaltig zu kaufen und die Agentur hilft nachhaltigen Unternehmen durch gezieltes Online und Performance Marketing ebenso sichtbar zu werden wie ihre konventionellen Wettbewerber.

Foto: Ruth Schmidt
Foto: Ruth Schmidt
Foto: Simone Voggenreither
Foto: Simone Voggenreither
 

was war der Auslöser für die Gründung?

Auslöser für die Gründung unseres Online Magazins war, dass mich die Missionars-Mentalität vieler bestehender Blogs und Online Magazine abschreckte. Getreu dem Motto "Wir brauchen nicht 100 Menschen, die alles 100% richtig machen, sondern 1 Million Menschen, die bereit sind den ersten Schritt in Sachen Nachhaltigkeit zu gehen", wollte ich mit FREE MINDED FOLKS einen Ort schaffen, der sich an den Mainstream richtet. Kurzum: Ich wollte inspirieren und nicht missionieren. 

Den FMF-Online Shop habe ich gegründet, da im Interior-Segment bislang nachhaltige Lösungen fehlten. 

Grund für die Gründung der FMF-Agency war, dass ich im Laufe der Jahre mit unseren anderen beiden nachhaltigen Online Unternehmen sowie den Start-ups, die ich beim Founder Institute betreue, verstanden hatte, dass Online- und Performance Marketing für nachhaltige Produkte und Themen anders funktioniert, wie für konventionelle: Der Conscious Consumer/Reader agiert anders, die Funnels müssen anders aufgebaut werden und auch die Performance-Daten sehen anders aus. Dieses Wissen nutzen wir nun im Rahmen von Outsourcing-Modellen und Workshops, um nachhaltige Unternehmen gegenüber konventionellen noch sichtbarer zu machen.

 
 

was waren die größten Hürden und wie hast Du diese gemeistert?

Als Unternehmen nachhaltig zu agieren bedeutet nicht unbedingt immer die kostengünstigste Variante zu wählen: Plastikfreier Versand, die Verwendung von Recyclingmaterialien, Produkte ohne schädliche Inhaltsstoffe oder anständige Löhne für die Produkthersteller - das sind insgeheim oft K.O.-Kriterien für Förderungen oder Investoren, denn hier gilt: Nur was sich rechnet, wird gefördert! Es war ein mutiger Schritt unseren nachhaltigen Interior-Shop ohne finanzielle Unterstützung von außen zu starten, die Freiheit, die wir aber nun dadurch haben, hat sich gelohnt.

 
 

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Jede Entscheidung ist ein Wahlzettel für die Zukunft in der Du leben möchtest. Nutze diese Macht!

 
 

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Ich konsumiere bewusst, nutze erneuerbare Energien, meide Flugreisen und ernähre mich überwiegend pflanzlich - entspannt, unaufgeregt und ohne Dogmatismus.

 
 

Was treibt Dich an?

Jeden Tag aufs neue die Chance zu haben, etwas zu kreieren oder zu verändern.

 
 

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Neue Förderungsrichtlinien: Staatliche Förderungen fortan an unternehmerischen Mehrwert für Umwelt und Gesellschaft geknüpft!

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger