• Gesa Müller-Schulz

    Gesa Müller-Schulz

    Co-Founder bei Deutschland Forstet Auf gUG

    NGOs / Verbände
    Es ist jetzt Zeit für neue Ideen und den Mut, diese einfach auszuprobieren und anzupacken. Für "das haben wir immer so gemacht" ist keine Zeit mehr.

Sie sagt: Wir müssen unsere Wälder retten, um das Klima zu schützen.


Gesa Müller-Schulz

 

Person

Co-Founder bei Deutschland Forstet Auf gUG

Jahrgang: 1983 | Geschäftssitz: Berlin

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2003/2004: Auslandsaufenthalt Madrid/ Spanien; 2004-2009 Studium der Politikwissenschaft in Trier/Deutschland (inkl. stellver. Vorsitzende StuPa und Vorsitzende einer ökologischen Hochschulgruppe) + Lyon/Frankreich ; 2009: Umzug nach Berlin, Stationen in Politik und Wirtschaft, 2019: Gründung von DeutschlandForstetAuf

 

THEMEN

Wie ich aus meiner persönlichen Klimakrise herauskam | Social, environmental Start-Up | Gründen | Klimakrise | Ökologisches Volunteering | Waldkrise | Deutschland Forstet Auf | Veganes Leben mit Kindern | Bauerntochter in der Stadt | Gemeinsam Schaffen wir mehr

 

Einsatzgebiete

Gast bei Diskussionsrunden | Speakerin | Moderation | Workshops

 

#GemeinsamSchaffenWirMehr #DeutschlandForstetAuf #Waldkrise #Umweltkrise #Rethink #UmpflanzenImKopf #Waldschutz #Wald #Waldsterben #Waldsterben2.0 #FutureWeWant

Gesa Müller-Schulz – Futurewoman
Gesa Müller-Schulz – Futurewoman
 

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

2019 habe ich das gemeinnützige Unternehmen Deutschland Forstet Auf mit-gegründet. Wir vernetzen Forstleute mit Freiwilligen, die etwas im Bereich Klimaschutz anpacken wollen. Regional. Vor Ort.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Ich habe keine Hemmungen wirklich präsent zu sein, wenn ich einen Raum betrete. Davon habe ich auch beruflich profitiert. Zudem bin ich ehrlich interessiert an meiner Umgebung und neuen Menschen. Dadurch habe ich oft lange und intensive Gespräche mit Menschen, denen ich gerade erst begegnet bin. Das hat mir Türen geöffnet. Denn ich habe mir mein berufliches und privates Netzwerk alleine aufgebaut. Das Netzwerk meiner Kindheit und die Sprache, das Vokabular meiner Kindheit, ich komme von einem Bauernhof in einem wirklich kleinen Kaff, habe ich in der Stadt, im beruflichen Kontext, erweitern müssen. Viele Erfahrungen, die Stadtkinder gemacht haben, oder/und Kinder, deren Eltern schon viel gereist waren oder die in der Wirtschaft gearbeitet haben, konnte ich nicht vorweisen. Zuerst war ich deswegen stark verunsichert. Jetzt bin ich froh, dass ich sowohl mit Menschen auf dem Land als auch in der Stadt eine gemeinsame Sprache habe. Darauf bin ich auch stolz.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Es gab einen berühmten Change, der nach außen sichtbar ist. Aber innerlich war mir Natur immer wichtig. Als junges Mädchen bin ich gerne alleine im Wald spazieren gegangen, später war ich dort viel joggen. Ich liebe Wald. Er wirkt auf mich unglaublich beruhigend. Aber auf dem Land sah ich für mich keine berufliche Zukunft. Jetzt lebe ich schon lange in der Großstadt. Im Sommer 2018 habe ich meine Tochter dann mitten in eine Hitzewelle geboren. Es war tagelang unerträglich heiß. Meiner Tochter ging es darum zwischenzeitlich nicht gut. Das hat dazu geführt, dass ich mich sehr intensiv mit den Klimawandel auseinandergesetzt habe. Anders als vorher, als der Klimawandel für mich so etwas wie ein inhaltsleerer Begriff war, ist es nun etwas, dass ich anpacke. Ich habe unglaublich viel recherchiert und wissenschaftliche Aufsätze und Bücher zum Thema gelesen. Die Entscheidungen, die ich daraus abgeleitet habe, waren dann umfassend und für mich eine logische Konsequenz. Neben vielen persönlichen Veränderungen eben auch, dass ich in jedem Fall für Klima- und Umweltschutz mein beruflich erworbenes Können und meine persönlichen Talente einsetzen will. Wie es dann zur Gründung von Deutschland Forstet Auf gUG kam, kann man auf unserer Website gut nachlesen.

Die größten Trends auf dem Weg zur Nachhaltigkeit sind der total Umbruch in der Art wie wir Wald betrachten und wie dieser heute bewirtschaftet wird. Weg vom reinen Nadelholzwald hin zum Mischwald. Und natürlich die Suche nach den Bäumen, die den Klimawandel am besten standhalten können.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Der Klimawandel ist eine so umfassende Herausforderung, dass Bäume pflanzen nur ein kleiner Teil der Antwort ist. Denn: Niemand weiß genau, wie der Klimawandel sich auswirken wird. Nur so viel ist klar, das Klima wird sich drastisch verändern. Welche Bäume das tatsächlich dauerhaft überleben, kann niemand sagen. Es braucht viel Geduld, und wir alle werden viele viele Setzlinge setzen. Wir brauchen Ausdauer und Tatkraft. Es gibt so viele unglaublich engagierte Försterinnen und Förster, mit einem unglaublichen Schatz an Erfahrungen und Wissen. Das macht mir Mut. Daran denke ich, wenn mir wieder ein Artikel zum Klimawandel die drastischen Konsequenzen unseres Lebensstils aufzeigt. Dafür bin ich dankbar.

Wie kann Deine Arbeit, oder Deine Branche dazu beitragen die Welt nachhaltiger zu machen?

Das was wir machen, ist ein wichtiger Schritt. Ich wünsche mir für die nahe Zukunft, dass es innerhalb der Familien Tradition wird, sich einmal im Jahr zu treffen, um Bäume für die nachkommenden Generationen zu pflanzen. Das finde ich einen schönen Gedanken.

Was war der Auslöser für die Gründung?

Der Auslöser für die Gründung war ein Interview eines Forstmannes in der DIE ZEIT, in der er davon sprach, dass es mehr Menschen braucht, die den Wald mit aufforsten. Das war etwas, von dem wir wussten, dabei können wir konkret helfen.

Was waren die größten Hürden und wie hast Du diese gemeistert?

Einfach machen. Das klingt so banal, aber ich glaube, dass der erste Schritt oft die höchste Hürde ist.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Ich sehe, dass viele junge Menschen unser Generation im Bereich Nachhaltigkeit in vielem voraus sind. Ich glaube nicht, dass ich die richtige bin ihnen zu etwas zu raten. Insgesamt habe ich mir aber vorgenommen, nicht mehr so lange zu warten um zu widersprechen, wenn mir jemand sagt: "Das geht nicht. Das haben wir haben wir schon immer so gemacht." Dafür haben wir keine Zeit mehr.

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Wir haben von jetzt auf gleich unsere gesamte Ernährung vegan ausgerichtet. Das war eine absolute Bereicherung, die ich komplett unterschätzt habe. Ich habe mir das viel komplizierter und stressiger vorgestellt. Aber: aber der Reichtum an Lebensmittel den ich jetzt genieße, war mir vorher nicht bekannt. Zudem fahren wir nur noch in absoluten Ausnahmen Auto und haben uns vorgenommen nicht mehr zu fliegen. Aufs Fliegen zu verzichten ist ein richtiger Abschiedsprozess. Wir haben viele Freunde in den USA und Träume gewisse Orte zu sehen oder unseren Kindern zu zeigen. Hier kann ich nicht zu 100% sagen, dass ich es auf Dauer so durchhalten kann. Ich muss auch lernen, nicht zu hart mit mir selbst und vor allem mit anderen zu sein. Für mich wird immer wichtiger: es ist egal, was andere machen. Du kannst dich nur mit deinem Ich von gestern vergleichen. Die anderen sind austauschbar.

Was treibt Dich an?

Meine Kinder sind für mich das allerwichtigste. Denn: Ich habe entschieden, dass es sie geben soll. Ich empfinde es als meine Verantwortung ihnen jeden Tag zu zeigen, dass ich mein bestes gebe, dass sie sich später nicht so viele Sorgen um die Zukunft ihrer Kinder machen müssen, wie wir sie uns jetzt machen müssen. #FutureWeWant

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Wir schreiben das Jahr 2050: Deutschland, Spanien, Polen, ... – Europa ist ein grüner, gesunder Wald.

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability