• Claudia Lanius

    Claudia Lanius

    Geschäftsführerin von Lanius

    Futurewomen sollten engagiert sein und nachfragen: Wieso, weshalb, warum, wie in der Sesamstraße. Tauscht Euch aus und kommuniziert miteinander, anstatt nur das eigene Süppchen zu kochen.

Sie macht futurewomen glücklich

Claudia Lanius – Geschäftsführerin von Lanius

Claudia Lanius macht nachhaltige Mode für Frauen, die locker auf den Laufstegen dieser Welt mithalten kann. Nix mit Öko-Schick. Das ist deshalb besonders bewundernswert, weil die Designerin aus Köln eine echte Pionierin ist. Was sie damals wie heute antreibt, erzählt sie hier. Inspiriert durch ihre Oma experimentiert Claudia Lanius schon als Kind mit Mode. Sie liebt es, andere Menschen einzukleiden. Mit Anfang 20 fällt ihr das Buch "Die Wiederentdeckung der Naturpflanze Hanf" in die Hände und die junge Frau ist fortan fasziniert von Naturmaterialien. So sehr, dass sie gemeinsam mit ihrem damaligen Mann die Firma THC – The Hanf Company gründet. Später wird daraus Lanius.

"Es gibt immer was zu verbessern!"

Seit der Firmengründung befindet Claudia Lanius sich auf einer stetigen Reise. Immer im Gepäck: Ihren Pioniergeist, ihr Schaffensdrang und ihre Neugierde. Nachhaltige Mode zu machen, bedeute für sie vor allem Rücksichtnahme: Auf die Menschen, die im gesamten Prozess der textilen Wertschöpfungskette beteiligt sind und ebenso auf Tiere und Umwelt. "Mit jeder Reise, die ich unternehme und auf der ich feststelle, dass es immer noch mehr Dinge gibt, die man einen Ticken besser machen und weiterentwickeln kann, wird mein Ehrgeiz geweckt, Pionierin zu sein. Das ist meine Passion."

Aktuelle Herausforderungen

Bei der Entwicklung der aktuellen Winterkollektion ging es um das Thema Daunen. Entendaunen sind aus Gründen des Tierschutzes keine Option. Gemeinsam mit ihrem Team hat Claudia Lanius nach Alternativen gesucht und gefunden. Jetzt setzt sie recycelte PET Flaschen als wärmendes Vlies in die Steppjacken ein.

Verpackungen – ein leidiges Thema

Die Plastikbeutel, Polybags genannt, in denen die Ware verschickt wird, sind Claudia Lanius schon lange ein Dorn im Auge. Beim letzten Nachhaltigkeitstag im Unternehmen hat das Team sich beraten und will jetzt nicht nur für sich eine Lösung, sondern direkt eine im großen Stil finden. Gemeinsam mit allen anderen Unternehmen, die GOTS zertifiziert sind, soll ein neues Verpackungsprodukt auf pflanzlicher Basis entwickelt werden.

GOTS was?

Siegel beim Klamottenkauf – für die Kunden oft ein Graus, weil man nicht weiß, welchem man vertrauen kann. Das GOTS-Zertifikat gibt die Sicherheit, dass jährlich strenge Kontrollen über alle Produktionsstufen hinweg durchgeführt werden und dass durch die umfassenden Richtlinien überhaupt ein Bewusstsein für die ökologische und sozial verantwortliche Textilproduktion geschaffen wird. Die Fair Wear Foundation ist als Non-Profit Organisation eine Vereinigung, welche die Verbesserung der Arbeitsbedingungen zum Ziel hat. 

"Ich finde es zudem sehr wichtig, dass Labels selbst zur Anlaufstelle für die interessierte Kundin werden und darüber aufklären, für welches Siegel sie sich entschieden haben und warum. Nicht jedes Siegel macht für jedes Label gleichermaßen Sinn und die Zertifizierungen sind natürlich auch mit Kosten für das Label und die Produktionsbetriebe verbunden. Gerade bei kleinen Familienbetrieben – mit denen wir da wo es Sinn macht gerne zusammenarbeiten – ist es weder notwendig noch finanziell machbar ein teures Siegel einzuführen. An dieser Stelle sind wir als Label gefragt und setzen auf enge Zusammenarbeit und regelmäßige persönliche Besuche."

Mehr Bewusstsein, auch im Shopping Rausch

Als Frau weiß Claudia Lanius ganz genau, wie leicht man in einen Kaufrausch geraten kann. Zumal, wenn man wie sie, Mode liebt. Mit der Zeit und auch durch ihren Beruf habe sie ein gesundes Bewusstsein entwickelt. "Wir sollten insgesamt alle weniger und bedachter kaufen, wie Vivienne Westwood schon sagte: Buy less. Choose well. Make it last."

Verantwortungsvolle Unternehmerin

Und obwohl sie für bewussten Konsum plädiert, sagt sie auch klipp und klar: Auch ökonomisch ist es sinnvoll, nachhaltige Mode zu machen. Und oft seien die Kundinnen sogar überrascht, dass das endgültige Produkt gar nicht so teuer ist. Das liege daran, sagt Claudia Lanius, dass sie keinen haarsträubenden Marketing-Aufschlag einkalkuliere, sondern so rechne, dass alle davon vernünftig leben können.

Normalität als größter Wunsch

Dass mehr und am besten alle Unternehmen verantwortungsbewusst handeln und nachhaltig produzieren. Das wäre Claudia Lanius Traum. Nicht nur in der Textilindustrie, aber dort gebe es einfach ganz schön viel, was sich noch verbessern muss. Sie will dafür Vorbild sein, Vorangeherin – mit ihrem Team und mit jeder Menge Tatkraft. 

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger