• Anna-Lena Klein

    Anna-Lena Klein

    Gründerin von Lill´s Store

    Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Beschäftigt euch mit den Produkten, die ihr konsumiert. Aus Liebe zum Hund und zur Umwelt.

Sie macht Hunde und Umwelt gesund, indem sie die Tiere rundum nachhaltig versorgt

Anna-Lena Klein – Jahrgang 1984 – Gründerin von Lill´s Store

Alles beginnt mit der Suche nach dem perfekten Hundebademantel für ihre Golden Retriever Hündin. Als Anna-Lena Klein im Netz nichts findet, was ihr 100 % gefällt, beginnt sie selbst zu schneidern. Heute betreibt sie einen Organic Dog Store, der viel mehr zu bieten hat, als nur Bademäntel. „Und Nachhaltigkeit“ sagt sie, „ist im Bereich der Tiere genauso wichtig, wie für Menschen. Wir leben ja schließlich alle auf dem gleichen Planeten und wollen, dass unsere Tiere ein langes und gesundes Leben führen.“

Es gibt keine Grenzwerte

Anna-Lena Klein ist beunruhigt. Ständig steigende Krebsraten, immer mehr Allergien, Übergewicht – Deutschlands Hunde werden immer kränker. Irgendwo muss das ja herkommen. Schadstoffe in Textilien und Spielzeug sowie schlechte Nahrung seien die Ursachen, davon ist Anna-Lena Klein überzeugt.

„Teilweise sind die Gefahren für Hunde sogar noch größer, als für Kinder, da Hunde mit dem Spielzeug ausschließlich über den Mund und damit über die Schleimhäute in Kontakt kommen. Hinzu kommt, dass es für Hundespielzeug keine Grenzwerte für Schadstoffe gibt, wie es bei Kinderspielzeug der Fall ist. Unabhängig von der Gesundheit des Hundes, schadet jedes für den Hund produzierte Produkt, das Pestizide und Schadstoffe enthält aber langfristig immer auch uns, da diese bei der Produktion auch in unser Grundwasser geraten. Und im Hundefutter ist noch viel mehr erlaubt, als bei Lebensmitteln, obwohl diese ja für uns schon sehr grenzwertig sind im Hinblick auf unsere Gesundheit.“

Anna-Lena Klein – Futurewoman

UNDURCHSICHTIGER MARKT

Die Recherche für ihr aktuelles Sortiment im Online-Shop sei aufwändig gewesen und bleibe es. Immer noch müsse sie bei jedem neuen Produkt hinterfragen, ob es wirklich so nachhaltig ist, wie es den Eindruck erweckt. „Trockenfutter in einer nachhaltigen Verpackung zu finden, war wirklich schwer.“ Pauschal können man nicht sagen, dass nachhaltige Produkte für Hunde teurer sind. Aber Qualität habe immer ihren Preis.

„Beim Futter wird über den Preis am meisten diskutiert, obwohl das ein Produkt ist, bei dem man meiner Meinung nach nicht aufgrund des Preises auf Qualität verzichten sollte. Dann lieber die Glitzersteine am Halsband weglassen. Die meisten nachhaltigen Produkte wie Spielzeug haben eine sehr hohe Lebensdauer, dann dürfen sie auch mehr kosten.“

GEWOHNHEITEN ÜBERDENKEN

Dass Anna-Lena Klein sich bei ihrem Tun so viele Gedanken um Ressourcenverbrauch, den Zustand des Planeten und die Gesundheit von Mensch und Tier macht, kommt nicht von ungefähr. Ihre Mutter lebte Ihr die Verbundenheit zur Natur vor und ernährte die Familie ausschließlich mit Bio-Produkten. In der Rebellion der Teenagerzeit findet Anna-Lena Klein die Werte ihrer Mutter zwar eine Weile lang richtig doof, besinnt sich aber später darauf zurück. Heute lebt sie auch privat sehr bewusst und sagt, dass ein nachhaltiger Lifestyle ein andauernder Optimierungsprozess sei.

„Teilbereiche wie Hund, Bad und Küche haben wir schon ganz gut im Griff. Unseren Restmüll haben wir auf mehr als die Hälfte reduziert und statt 3-4 gelber Säcke für den Plastikmüll, ist es nun noch ein halber. Seit es bei uns in der Region einen Unverpacktladen gibt, ist es auch einfacher geworden Dinge wie z.B. Waschmittel in einer nachfüllbaren Glasflasche zu kaufen. Es braucht schon immer ein bisschen Infrastruktur und Organisation für ein nachhaltiges Leben und es ist auch viel Gewohnheit, die man umstellen muss. Aber es geht zunehmend besser.“

Anna-Lena Klein – Futurewoman
Anna-Lena Klein – Futurewoman
 

Vision

Anna-Lena Klein träumt von Wachstum: Einem größeren Sortiment, von lokalen Geschäften und in Zukunft will sie mit dem Verkauf der Hundebademäntel ein Spendenprojekt unterstützen. „Es gibt so viel zu entdecken, so viel zu tun, so viel zu verändern. Wenn ich ein Thema für mich entdeckt und mir Ziele gesetzt habe, gibt es kein Halten mehr. Ich wache morgens auf uns freue mich, dass ich weiterarbeiten darf. Der Erfolg den wir schon nach kurzer Zeit haben, bestätigt mich. Jeder lobende Kommentar auf Instagram, jede Bestellung treibt mich weiter an und motiviert mich.“

Die Konsumenten haben die Macht, davon ist sie überzeugt. Weder die Politik noch die profitorientierten Unternehmen würden rechtzeitig etwas ändern. Deshalb solle jeder Einzelne, anstatt zu klagen, einfach anfangen. Vor allem die Konsumenten von morgen, die Kinder, müssten verstehen, dass sie es in der Hand haben Systeme zu verändern.

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger