• Rebecca Göckel

    Rebecca Göckel

    Gründerin und Geschäftsführerin NRDS GmbH (Marke NOMOO Eis)

    ErnährungStart-up
    Es gibt immer einen Weg nach vorn.

"Wir wollten wissen, ob VeganeS Speiseeis auch lecker sein kann. Die Antwort ist: Ja!"


Rebecca Göckel

 

Person

Gründerin und Geschäftsführerin NRDS GmbH (Marke NOMOO Eis)

Jahrgang: 1996 | Geschäftssitz: Köln

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Rebecca Göckel gründete erstmalig mit 20 Jahren gemeinsam mit ihrem Co-Founder Jan Grabow die Marke NOMOO Eis. Zuvor studierte sie PR- und Kommunikationsmanagement in Köln und sammelte während des Studiums diverse Erfahrungen in den Bereichen Kommunikation und Marketing bei Lufthansa, HRS dem Hotelportal, Chronext oder Gauly Advisors. Heute führt die 24-Jährige erfolgreich ein 20-köpfiges Team in Köln und ist mit Ihrer Marke NOMOO nicht nur in über 2000 Supermärkten deutschlandweit gelistet, sondern expandiert schon in die Länder Schweiz und Österreich.

 

THEMEN

Gründung | Handel | Vertrieb | Female Founder

 

Einsatzgebiete

Speaker | Gast bei Diskussionsrunden | Moderation

 

#femalefounder #startup #growth #food #retail #sales #publicrelations

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Die Nachhaltigkeit war damals der ausschlaggebende Faktor für die Gründung von NOMOO Eis. Davor stand folgende Erkenntnis: Die Viehzucht und Agrarwirtschaft sind enorme Treiber für den Klimawandel. Deswegen braucht es mehr pflanzliche Alternativen im Bereich Lebensmittel. Pflanzliche Alternativen, die extrem lecker schmecken, sodass bei den Konsument*innen keine Umgewöhnung stattfinden muss. Speiseeis wurde ursprünglich mit Hilfe von Milch, Eiern und Sahne hergestellt. Wir zeigen heute, dass es auch anders geht, nämlich rein pflanzlich, lecker und umweltfreundlich zugleich.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Durch viel Hands-on und sich niemals zu schade sein. Nein im Ernst, wir haben damals wirklich von Null angefangen. Das Sparschwein wurde geplündert, damit die erste kleine Eismaschine gekauft werden konnte und dann haben wir anderthalb Jahre nachts in einer kleinen Gastroküche selbst produziert und tagsüber an Kölner Cafés und Restaurants verkauft. Eine Klinke nach der anderen haben wir geputzt und wurden so Stück für Stück größer. An der richtigen Stelle zu entscheiden, Kapital aufzunehmen und in die Zukunft zu investieren, war sicherlich auch ein wichtiger Schritt, den wir nach dem Studium in 2018 gegangen sind. Und am Ende steckt hinter jedem Erfolg harte Arbeit, viele Durststrecken und vor allem das Wichtigste, der Wille immer wieder aufzustehen und weiterzumachen.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Die Basics im Bereich Nachhaltigkeit wurden mir schon von meinen Eltern beigebracht, wie bspw. eine gute Qualität von Lebensmitteln, Mülltrennung, viel Fahrradfahren etc. Wie stark die Auswirkungen der Viehzucht allerdings auf das Klima sind, das hatte ich auch nicht auf dem Schirm. Mein Mitgründer hatte diesen berühmten Change durch die Netflix-Dokumentation Cowspiracy, die er mir anschließend auch zeigte. Da fing ich an zu verstehen, dass wir als Menschheit in den nächsten Jahren einen Wandel unserer Ernährungsgewohnheiten vollziehen müssen.

Ganz klar, die pflanzlichen Rezepturen, die Bio-Zutaten (häufig auch regionaler Herkunft) und die plastikfreien Verpackungen.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Eis ist ein sehr energieintensives Produkt, von der Logistik bis hin zur Lagerung. Dass dieses Produkt tiefkühl pflichtig ist, lässt sich so erst einmal nicht verändern. Im Bereich der Lagerung wirken wir insofern entgegen, dass wir unser Eis regelmäßig produzieren, um nicht zu hohe Lagerbestände aufzubauen. Kleinere Lagerbestände werden von den Kund*innen schneller auf genascht, als große und wenn etwas leer läuft, produzieren wir ja auch schon wieder nach. Außerdem arbeiten wir nach dem Motto: "Was wir nicht reduzieren oder weiter optimieren können, gleichen wir aus". Demnach gleichen wir alle CO2-Emissionen, die im gesamten Unternehmen entstehen, um das Doppelte aus und schützen Regenwald in Brasilien.

Wie kann Deine Arbeit, oder Deine Branche dazu beitragen die Welt nachhaltiger zu machen?

Mit NOMOO möchten wir den Übergang zu einer nachhaltig globalen Welt beschleunigen. Im Bereich Lebensmittel glaube ich, dass jede Kategorie wie bspw. die Kategorie Eis eine Verantwortung trägt. Unser Ziel ist es, den gesamten Milchspeiseeis Markt zu revolutionieren und dafür zu sorgen, dass in zehn Jahren kaum noch Milchspeiseeis konsumiert wird und pflanzliches Eis zum neuen Standard wird. Mit unserem Handeln möchten wir sämtliche anderen Lebensmittelkategorien wie bspw. Fleisch, Käse, Joghurt etc. dafür inspirieren, den Wandel zur nachhaltigen Ernährung mit uns gemeinsam voranzubringen.

Was war der Auslöser für die Gründung?

Seit meinem ersten Werkstudentenjob in einem Startup war ich von der Idee zu gründen, angefixt. Mir gefiel, gemeinsam mit einem Team Großes bewirken zu können, bestehende Traditionsbranchen zu pieksen und etwas zu bauen, das über einen selbst hinausgeht. Als Jan mit der perfekten Idee um die Ecke kam, war es geschehen. Ich dachte mir: "Was hast Du schon zu verlieren, im Zweifel gehts schief und Du bist um eine Erfahrung reicher."

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Der Bereich Nachhaltigkeit ist extrem vielfältig und viele kleine nachhaltige Schritte ergeben irgendwann ein großes Puzzle. Auch wenn es sich manchmal anfühlt, wie der Tropfen auf den heißen Stein: Schon ein kleiner Schritt, kann das große Ganze verändern. Wichtig ist, dass wir uns über unsere Verantwortung für Morgen bewusst werden.

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Erst kürzlich bin ich der Initiative Leaders for Climate Action beigetreten. Das ist eine riesengroße Community aus Gründern, die sich dem Klimawandel stellt und dafür Sorge trägt, dass in den jeweiligen Unternehmen gewisse Nachhaltigkeitsziele erreicht werden. Außerdem verpflichtet sich jeder dafür, den eigenen Fußabdruck auszugleichen und klimaneutral zu leben. Ansonsten gehört zu meinem Privatleben dazu: Qualitative, regionale Bio-Lebensmittel, grüner Strom, Mülltrennung, viel Fahrrad fahren und ein minimalistischer Lebensstil.

Was treibt Dich an?

Wachstum und Weiterentwicklung.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

NOMOO ist das erste klimapositive Eis der Welt.

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability