• Dagmar Fritz-Kramer

    Dagmar Fritz-Kramer

    Geschäftsführerin von Baufritz

    In der Baubranche ist noch viel Luft in Richtung Zukunft.

Sie weiß, wie Wohnen in der Zukunft aussieht

Dagmar Fritz-Kramer – Jahrgang 1971 – Geschäftsführerin von Baufritz

Dagmar Fritz-Kramer will etwas verändern in dieser Welt, etwas besser machen. Sie baut mit ihrem Unternehmen Holzhäuser. Bislang überwiegend große Einfamilienhäuser auf großen Grundstücken. Das werde sich in Zukunft radikal ändern. Die Baubranche stehe vor einer Transformation, sagt sie. Und es werde immer mehr um das Thema Gesundheit gehen.

Die kranke Mutter verändert alles

Mit dem Thema Wohngesundheit ist Dagmar Fritz-Kramer Ende der 70er früh und schmerzlich in Berührung gekommen. Ihre Mutter war erkrankt und die Familie führte das auch auf das Wohnumfeld zurück. Also bauten sie ihr Haus zum Ökohaus um, legten einen eigenen Klärteich an, hatten eine Kompost-Toilette und einen Öko-Gemüsegarten. Sie waren Exoten. Heute gelten sie als die Pioniere des gesunden Wohnens.

Was ist gesundes Wohnen?

Das Thema ist komplex, Dagmar Fritz-Kramer bricht es auf das Wesentliche runter: Sämtliche Materialien müssen geprüft sein und zwar bis zum letzten Inhaltsstoff. Viele Hersteller würden die nur ungern preisgeben. Da helfe nur eine eigene Prüfkammer, auf die ihr Unternehmen zurückgreift. Ebenfalls ein Gesundheitsproblem sind die vielen Klebstoffe und Schäume, die beim Bauen verwendet werden. In den heutzutage energieeffizient hochgedämmten und dichten Gebäuden bleiben die Schadstoffe im Haus und machen uns krank. Man kann aber eben auch Bauen ohne zu kleben und auszuschäumen.

Gesund Wohnen als Luxus?

Gesund Leben ist nicht für Besserverdiener reserviert, davon ist Dagmar Fritz-Kramer überzeugt. Man müsse einfach eine Entscheidung treffen. Nämlich die, ob die 10 – 15% Mehrkosten für die baubiologische Qualität mit einer effizienteren Planung, die eventuell 10% weniger Wohnfläche beinhaltet die Entscheidung wert ist.

Die Zukunft liegt oben

Etwas weniger Wohnfläche dafür in besserer Qualität – das Thema Minimalismus ist auch beim Bauen ein prägendes – schon allein, weil die Bauflächen knapp sind und immer knapper werden. Dagmar Fritz-Kramer sieht die Zukunft auf den Dächern Deutschlands. Eine sogenannte Aufstockungs-Studie zeigt enorme Potenziale. Auf viele bestehende Gebäude in Städten kann draufgebaut werden. Die Holzbauweise sei hierfür ideal. Wenig Gewicht, schnelle Montage, deshalb wenig Stress für die Bewohner der unteren Wohnungen. Außerdem diene so ein Holzaufbau als eine Art warme Mütze und mache das gesamte Haus energieeffizienter.

Berlin ist Vorreiter

Bislang scheitert die flächendeckende Umsetzung an etwas, woran es im Jahr 2017 eigentlich nicht scheitern dürfte. Es gibt ein Gesetz, nach dem für jede neue Wohnung auch ein Parkplatz zur Verfügung stehen muss. Das ist natürlich nicht realisierbar. Berlin ist die erste Stadt, die dieses Gesetz gekippt hat. Dort hat man die Zeichen erkannt. Nämlich, dass wir auf Mobilitätskonzepte zusteuern, die ganz viel mit Sharing zu tun haben und dass die wenigsten Menschen in Zukunft noch ein eigenes Auto haben werden, das sie parken müssen.

Die Vision für zukünftiges Bauen

In China wurde ein komplettes Dorf schon im 3D Druck erstellt. Wenn man Dagmar Fritz-Kramer nach ihrer Vision für die Zukunft des Bauens fragt, sieht die folgendermaßen aus: "Es muß uns gelingen, das Vorbild der Natur noch besser zu verstehen. Die Natur baut täglich, denkt aber immer in Kreisläufen und produziert ohne Müll."

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger