• Stefanie Buchacher

    Stefanie Buchacher

    Founder PURPOSE&FRIENDS, Sustainable Communications Expert

    Kommunikation
    In a time of deceit telling the truth is a revolutionary act. (Georg Orwell)

Nachhaltigkeit braucht gutes Storytelling


Stefanie Buchacher

 

Person

Founder PURPOSE&FRIENDS, Sustainable Communications Expert

Jahrgang: 1982 | Geschäftssitz: südlich von München

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  • Über 10 Jahre Erfahrung in den Branchen Mode/Textil, Sport und Konsumgüter – gesammelt in Unternehmen, Agenturen und Redaktionen
  • CSR und Nachhaltigekeitskommunikation auf strategischem und operativem Level
  • Umfassende Erfahrungen in CSR-Reporting, Redaktion, Projektmanagement sowie in Public Relations, in der Planung und Umsetzung von Kommunikationsstrategien
  • Textexpertise (Corporate Story und Tonalität, fachliche sowie journalistische Texte)
  • Erststudium: Journalismus & Meidenkommunikation
  • Zweitstudium: MBA Sustainability Management mit Fokus auf Nachhaltigkeitskommunikation
  • Masterarbeit zum Thema: "Geschichten, die wir tragen können: 'Storytelling for Sustainability' als Beitrag für eine glaubwürdige Nachhaltigkeitskommunikation in der Bekleidungsbranche"
 

THEMEN & Einsatzgebiete

Workshops zum Thema Storytelling | Speakerin zum Thema Nachhaltiger Konsum, Fair Fashion, Storytelling for Sustainability

 

#Kommunikation #Storytelling #Konsum #FairFashion

Interview

Was genau machst Du beruflich im Bereich der Nachhaltigkeit?

Ende 2019 habe ich Purpose&Friends gegründet und unterstütze Start-Ups und Brands in den Bereichen PR, Kommunikation und CSR-Reporting. Ich helfe, ihre Geschichten zu erzählen und Menschen darauf aufmerksam zu machen. Denn diese Geschichten sind mitentscheidend, ob wir von Innovationen oder nachhaltigen Produkten und Unternehmen, die wir für eine lebenswerte Zukunft brauchen, erfahren und gemeinsam die Welt positiv verändern wollen – oder ob wir sie ungehört verstreichen lassen.

Wie bist du dahin gekommen, wo du jetzt bist?

Anfangs arbeitete ich in verschiedenen (Mode-)Redaktionen und danach in der Presseabteilung verschiedener (Mode-)Unternehmen. Hautsächlich ging es darum, Dinge, die man eigentlich nicht braucht, als Must-Have auszurufen und den Abverkauf anzukurbeln. Das fand ich irgendwann irrwitzig. In meiner zweiten Elternzeit fing ich an, berufsbegleitend Nachhaltigkeitsmanagement zu studieren und wollte eigentlich einen kompletten Change erzwingen: neue Branche, neues Thema. Aber ich habe gemerkt, dass ich in meiner Branche – der Modebranche – mit meinem Wissen dazu beitragen kann, diese mitzuverändern. Während einer weiteren Festanstellung in einer Agentur, die sich auf Nachhaltigkeitsberatung und -kommunikation spezialisiert hat, habe ich mich entschieden, mich selbständig zu machen. Meine Abschlussarbeit, die ich während des Corona-Lockdowns geschrieben habe, untersucht das Thema „Storytelling for Sustainability“.

Hat Nachhaltigkeit schon immer eine Rolle gespielt in Deinem Leben, oder gab es den berühmten Change?

Die Berge und die Natur waren und sind mir sehr wichtig – als Ort der Ruhe, des Erlebens von Naturgewalten und als komplettes Gegenstück zu unserem schnellen, teilweise lauten und aggressiven (Arbeits-)Leben. Als Kind und Jugendliche war ich mit meinen Eltern in den Bergen beim Wandern, Radfahren oder Skitourengehen und habe die Natur erlebt, wie sie heute nicht mehr ist: unberührt. Beispielsweise Gletscher wo heute Geröll liegt. In den letzten Jahren ist mir das verstärkt aufgefallen, insbesondere heute wenn ich mit meinen Kindern in den Bergen unterwegs bin – und genau das ist es: für meine Kinder und andere nachfolgende Generationen möchte ich unsere Welt lebenswert erhalten.

Mittlerweile stehen CSR und nachhaltiges Handeln bei vielen Unternehmen auf der Agenda. Das sollte aber weniger aus Imagegründen, sondern aus Überzeugung in die Unternehmensstruktur verankert und gelebt werden. Spätestens seit das CSR-Richtlinie-Umsetzungsgesetzt eingeführt wurde berichten die meisten (großen) Unternehmen über ihre Nachhaltigkeitsleistungen – zumeist mit fakten-orientierten CSR-Berichten, die für bestimmte Stakeholder wie Investoren geschrieben sind. Um Menschen wirklich zu erreichen und zu bewegen, braucht es jedoch eine emotionalere (auf Fakten basierende) Kommunikation und hier zeigen Geschichten ihre Wirkung: sie fesseln uns über Charaktere und Helden, nehmen uns mit auf ihre (Helden-)Reise und lassen uns gemeinsam mit den Protagonisten eine Transformation nachempfinden, erleben – und tragen das große Potenzial inne, Menschen zum Nachdenken und zum Handeln anzustiften.

An welchen Punkten stößt Du, stößt Dein Unternehmen oder Deine Branche an Grenzen in der Nachhaltigkeit und wie löst Ihr diese Herausforderung?

Ganz klar: als One-Women-Show stoße ich oft an Kapazitätsgrenzen. Deswegen arbeite ich gerne und häufig mit anderen Freiberuflern zusammen. Sowieso glaube ich an die geballte Kraft der Gemeinschaft – zwar kann jede*r einen Unterschied machen, aber gemeinsam entstehen oft größere Ideen und größerer Impact.

Wie kann Deine Arbeit, oder Deine Branche dazu beitragen die Welt nachhaltiger zu machen?

Mit Kommunikation lassen sich Massen erreichen, inspirieren und bewegen – sowohl mit guter wie mit schlechter Kommunikation. Storytelling ist ganz einfach ein Werkzeug, das sich für Gutes ebenso wie für weniger Gutes einsetzen lässt. Deswegen geht es mir darum, mich mit guter Kommunikation und mit sinnvollen Geschichten für das Richtige einzusetzen und Brands, Start-Ups und Unternehmen, die die Welt verbessern möchten und können, mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit zu verschaffen. Storytelling wirkt dabei nur, wenn der Kern der Geschichte auf der Wahrheit und Glaubwürdigkeit basiert – denn es geht nicht um Greenwashing und darum, mit ein paar netten Geschichtchen z.B. schlechte Produktionsbedingungen zu überspielen.

Was war der Auslöser für die Gründung?

Ich möchte Teil der Lösung und nicht Teil des Problems sein und wollte die Freiheit haben, das Richtige zu tun – und das auch bestmöglich mit meiner Familie vereinbaren zu können. Im Moment bin ich selbständig, perspektivisch möchte meine eigene Beratung*Agentur*KreativesNetzwerk aufbauen.

Was waren die größten Hürden und wie hast Du diese gemeistert?

Eine Festanstellung in einer tollen, etablierten Agentur mit tollen Inhabern und Kollegen bewusst aufzugeben und gegen die Unsicherheit einer Selbständigkeit zu tauschen, war eine Überwindung. Die größten Hürden hatte ich immer im Kopf – aber es bringt nichts, nicht weiter zu machen.

Was möchtest Du jungen Menschen in Sachen Nachhaltigkeit mit auf den Weg geben?

Die jüngere Generation hat bereits ihre Stimme gefunden und diese insbesondere in den letzten Jahren lautstark genutzt. Diesen Mut bewundere ich und wünsche mir, dass die Fridays for Future Aktivistinnen*en weiter mutig bleiben und eingesessene Muster und Konstrukte hinterfragen. Bei der nächst-kleineren Generation, z.B. auch bei meinen Kindern, ist es wichtig, schon frühzeitig Vorbilder aufzuzeigen, moderne Rollenbilder zu vermitteln und auch die Kleinen aufmerksam zu machen und zu sensibilisieren.

Inspiriere uns – wie gestaltest Du Dein Arbeits- und Dein Privatleben umweltschonend?

Mein Arbeitsleben findet hauptsächlich in meinem Homeoffice statt. Wenn ich Kundentermine habe, fahre ich zwar mit dem Auto nach München, habe aber immer mein Rad dabei und radle in der Innenstadt. Privat lebe ich viel bewusster als noch vor ein paar Jahren und versuche mich an den Grundsatz „weniger ist mehr“ zu halten: Plastiksparen, weniger Auto, weniger Spielzeug – aber klar, auch meine Kinder spielen gerne mit Lego und das ist nun mal aus Plastik.

Was treibt Dich an?

Das was ich mache, mache ich gerne. Was mich antreibt, ist Freiheit. Die Freiheit, spannende Projekte so umzusetzen, dass ein Mehrwert für den Kunden und die Zielgruppe entsteht. Die Freiheit, meine Arbeit mit meiner Familie zu vereinen. Die Freiheit, meiner Passion für die Berge nachzugehen, mich selbst herauszufordern, neue Wege zu gehen - und von ganz oben bis zum Horizont zu sehen.

Von welcher Positiv-Schlagzeile aus Deiner Branche zum Thema Umweltschutz träumst Du?

Die internationale Staatengemeinschaft toppt das 1,5 Grad Ziel.

Portrait-Fotocredit: Lisa Handtke

 

Futurewoman – Empowering Women in Sustainability