Fashion Revolution DAy

Mir persönlich ist der Fashion Revolution Day eine Herzensangelegenheit. Und ich will Euch erklären, warum.

EIN DRAMA, DAS HÄTTE VERHINDERT WERDEN KÖNNEN

Am 24.04.2013 ist etwas passiert, das niemals in Vergessenheit geraten darf. In Bangladesh ist die Textilfabrik Rana Plaza eingestürzt. 1133 Menschen sind dabei gestorben, mehr als 2500 wurden verletzt. Die Betreiber der Fabrik haben die Menschen wissentlich in den Tod geschickt. So hart kann man es glaube ich ausdrücken. Es gab zahlreiche unübersehbare Sicherheitsmängel an diesem neunstöckigen Gebäude. Der Einsturz war eine Frage der Zeit.

NIEMAND FÜHLT SICH VERANTWORTLICH

Zahlreiche große Label haben in Rana Plaza produzieren lassen – nachweislich. Allein die vielen Label-Etiketten, die man in den Trümmern gefunden hat, gaben Hinweise. Einige Firmen haben auch bestätigt, dass sie dort haben nähen lassen. Aber kaum einer will sich jetzt um die Hinterbliebenen der Opfer kümmern und um die Menschen, die durch schwere Verletzungen arbeitsunfähig wurden und so kein Geld mehr verdienen können. Die "Kampagne für saubere Kleidung" drängt die Unternehmen seit Monaten in einen extra eingerichteten Hilfsfond einzuzahlen. Einige Unternehmen stellen sich allerdings komplett stur. Zumindest für das schlechte Gewissen zu bezahlen, ist für sie offenbar keine Herzensangelegenheit. Vielleicht haben Sie auch kein schlechtes Gewissen.

RANA PLAZA DARF NICHT VERGESSEN WERDEN

Damit die dramatischen Ereignisse des 24.04.2013 nicht in Vergessenheit geraten, gibt es den Fashion Revolution Day. Er soll Konsumenten aufmerksam machen auf die vielen Missstände und Ungerechtigkeiten, die es in der Textilbranche gibt. Deshalb soll die Frage #Whomademyclothes um die Welt gehen – welches Gesicht, welcher Mensch steht eigentlich hinter meinem Shirt. Und dieser Tag soll uns ermutigen Fragen zu stellen. Beispielsweise der Pressestelle unseres Lieblingslabels: Unter welchen Bedingungen werden Ihre Klamotten produziert. Kontrollieren Sie vor Ort, ob Standards eingehalten werden, interessieren Sie die Schicksale der Textilarbeiter?

NICHT ENTMUTIGEN LASSEN

In vielen Fällen – das weiß ich aus eigener Erfahrung – werdet Ihr von den Unternehmen keine oder unbefriedigende Antworten bekommen. Gebt dann nicht auf! Lasst Euch nicht abwimmeln. Ich glaube fest daran, dass wir nur so den Druck auf die Unternehmen erhöhen können. Wir sind die Konsumenten, wir haben die Macht.

Natürlich gibt es auch die Möglichkeit auszuweichen auf nachhaltige Mode. Ich mache das schon länger. Die Produkte sind natürlich teurer, als die von H&M, Kik oder Primark. Ich denke aber, dass zumindest für Erwachsene die Option besteht, weniger zu kaufen und dafür fair. Da ich auch Mutter bin, weiß ich aber , wie viele Klamotten bei Kindern manchmal auf einen Schlag zu klein werden. Und da kommt man mit dem Thema Reduktion nicht mehr so weit.

ZWEIGLEISIG FAHREN

Wer es sich erlauben kann und wem es wichtig ist, sollte auf nachhaltige Mode umsteigen. Aber wir ALLE sollten den größtmöglichen Druck auf die nicht nachhaltigen Label ausüben. Hochpreisige Marken sind übrigens kein Stück besser als günstige Label. Auf beiden Seiten gibt es ganz schwarze Schafe, die sich gar nicht darum kümmern, was ihre Produktionen anrichten. Und das darf nicht sein.

Ich freue mich über jeden, der den #FashRev unterstützt. Schaut Euch doch unter den Hashtags #FashRev und #Whomademyclothes mal bei Twitter und Facebook an, was für den Tag alles geplant ist. Vielleicht mögt Ihr mitmachen. Viele werden beispielsweise ihre Kleidung umdrehen, so dass man das Label sieht, sich so fotografieren (wie wir auf dem Titelbild) und das Bild ins Netz stellen.

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger