E-Bike statt Auto – Erste Bilanz

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Mein Mann und ich haben das Auto abgeschafft und gegen E-Bikes getauscht. Mein engstes Umfeld war in Aufregung. Allen voran meine Mutter. "Ich finde es ja toll, aber meinst Du, das geht wirklich? Mit Kind? Und wenn Du mal viel einkaufen musst? Und wenn Du zu uns aufs Land kommen willst? Und wenn das Wetter schlecht ist?"

Ich gestehe: Ich habe immer brav gesagt, das gehe schon. Insgeheim hatte ich Bauchschmerzen, als ich den Schlüssel inklusive Fahrzeugschein und Fahrzeugbrief beim Autohändler auf den Tisch legte. Weil ich ja auch keine Ahnung hatte, wie es dann wirklich wird.

Die erste gute Erfahrung: Das (erschreckend wenige) Geld, das wir für unsere Familienkutsche noch bekamen, reichte für beide E-Bikes. Die Rückzahlung der Autoversicherung und des Finanzamtes für die Autosteuer – auch schön.

WIR KAUFEN WENIG EIN, ABER HÄUFIG, UM WENIG WEGZUWERFEN

Aber im Alltag ist natürlich nicht alles super. Aber doch so viel, dass ich die Entscheidung zu 100 Prozent richtig finde. Mein E-Bike ist ein Lastenfahrrad. Für eine Party habe ich schon 18 Weinflaschen und meine Schwester vorne drin gehabt. Große Einkäufe sind also kein Problem. Hinzu kommt, dass wir selten große Einkäufe machen. Wir kaufen häufig und wenig, um wenig wegzuschmeißen. Ich bin schon mit meinem Sohn aufs Land gefahren zu meinen Eltern. Mit einem 6-Stunden-Paket beim Carsharing. Kein Problem. Kindersitz rein, Kind rein, los.

Das Wetter – ich habe die ersten heftigen Regengüsse schon hinter mir. Mein Sohn sitzt trocken, für das Rad gibt es ein Regendach für die Kinder. Ich sitze natürlich mittendrin im Regen. Aber ich habe eine gute Jacke, eine Regenhose und wasserdichte Schuhe. Was wirklich nervt: Wenn der Regen ins Gesicht klatscht. Aber lasst es mich positiv formulieren: Danach sieht man sehr frisch aus.

ICH HABE RUHE UND GELASSENHEIT DAZU GEWONNEN

Was ich gewonnen habe durch die Abschaffung des Autos? Jede Menge gute Gefühle in der Sonne, an der frischen Luft, am Rhein lang fahrend. Und irgendwie bringt das Fahrradfahren eine wohltuende Gelassenheit mit sich. Man kommt an, wenn man ankommt. Man plant mehr Zeit ein, obwohl man es nicht müsste. Denn ich stehe nicht mehr im Stau. Es tut mir und meinem Wesen, das sich oft unter Druck fühlt, gut. Und allein dafür hat es sich meiner Meinung nach gelohnt.

Wie ergeht es Euch da draußen liebe Fahrradfahrer? Seid Ihr auch ganz ohne eigenes Auto unterwegs? Hat schon jemand ein E-Bike? Welche Erfahrungen macht Ihr?

Futurewoman ist ein Projekt von Janine Steeger